Studentenheime voll, WG-Zimmer knapp und teuer, private Mieten auf Rekordniveau: Für das Studienjahr 2025/26 spitzt sich die Wohnsituation für Studierende in Österreich deutlich zu.
Gleichzeitig zeigen aktuelle Studien, dass Wohnen der mit Abstand größte Kostenfaktor im Studierendenbudget ist.
In diesem Überblick bekommst du alle wichtigen Fakten, eine kompakte Tabelle, konkrete Alternativen zu ausgebuchten Studentenheimen, Fristen und eine praktische Checkliste – plus eine umfangreiche FAQ mit strukturierten Antworten.
Wohnen für Studenten in Österreich
Die folgenden Punkte fassen die Lage für Studierende in Österreich (Stand Dezember 2025) kompakt zusammen:
| Thema | Stand 2025/26 | Konsequenz für dich |
|---|---|---|
| Wohnkostenanteil am Einkommen | Studien zeigen: Studierende müssen im Schnitt rund 43 % ihres Einkommens fürs Wohnen aufbringen, in privater Miete liegt die Belastung noch höher. | Ein sehr großer Teil deines Budgets fließt in Miete. Ohne genaue Planung bleibt wenig Spielraum für Lebenshaltung, Mobilität und Studium. |
| Durchschnittliche Wohnkosten | Die Studierenden-Sozialerhebung 2023 weist Wohnen als höchsten Kostenblock aus – im Schnitt rund 468 € pro Monat über alle Studierenden, etwa 507 € bei jenen mit Wohnkosten. | Eine Miete um 400–600 € ist für viele inzwischen „normal“. Deine Finanzplanung sollte diese Größenordnung realistisch einrechnen. |
| Studentenheime & Wartelisten | Große Heimbetreiber melden für Wien und weitere Unistädte (z. B. Salzburg, Klagenfurt, Innsbruck) für das Wintersemester 2025/26: „ausgebucht“. Bewerbungen landen vielfach nur mehr auf Wartelisten. | Ein Heimplatz ist kein Selbstläufer mehr. Du musst dich deutlich früher anmelden und gleichzeitig Alternativen (WG, Gemeindewohnung, SWS) prüfen. |
| Private WG-Zimmer und Kleinwohnungen | In vielen Unistädten, vor allem in Wien, liegen Zimmerpreise oft zwischen 450 und 800 € monatlich. Viele Verträge sind befristet, Kautionen von zwei bis drei Monatsmieten sind üblich. | Du brauchst eine solide Rücklage für Kaution und Umzug sowie einen Plan B, falls ein befristeter Vertrag ausläuft. |
| Wiener Gemeindewohnungen für Studierende (Sonderaktion 2025) | Die Stadt Wien hat 2025 eine befristete Sonderaktion gestartet: Bis zu 1.000 Gemeindewohnungen (ca. 35–45 m², 1–2 Zimmer) wurden speziell für Studierende reserviert. Die Aktion lief bis Ende September 2025, ein Großteil der Wohnungen wurde bereits vergeben. | Die Aktion entlastet den Markt und zeigt: Städte können über Gemeindewohnungen gezielt günstigen Wohnraum schaffen. Für zukünftige Aktionen lohnt es sich, die Informationskanäle der Stadt rechtzeitig im Blick zu behalten. |
| SWS-Studentenwohnungen (Studentenwohnungsservice) | In Wien vermittelt der Studentenwohnungsservice (SWS) leistbare Mietwohnungen, die für jeweils ein Jahr an Studierende vergeben werden. Eine Verlängerung ist bei positivem Studienerfolg möglich; Einkommen von dir und deinen Eltern müssen offengelegt werden. | SWS-Wohnungen sind eine wichtige Alternative zum klassischen Heim – aber du brauchst vollständige Unterlagen und musst die Fristen genau beachten. |
Warum die Lage so angespannt ist
Die Wohnkrise im Studium ist kein Zufall, sondern das Ergebnis mehrerer Entwicklungen, die sich gegenseitig verstärken:
- Steigende Mieten: In vielen Städten wachsen die Mieten für WG-Zimmer und Kleinwohnungen deutlich schneller als die Einkommen von Studierenden.
Selbst geförderte Angebote geraten unter Druck, weil Bau- und Betriebskosten gestiegen sind. - Hohe Nachfrage in wenigen Zentren: Ein großer Teil der Studierenden konzentriert sich auf Standorte wie Wien, Graz, Innsbruck oder Salzburg.
Dort konkurrieren Studierende mit anderen Wohnungssuchenden (junge Berufstätige, Zuzug aus dem Ausland) um begrenzten leistbaren Wohnraum. - Zu wenig sozialer Wohnraum für Studierende: Gemeinnützige Studentenheime und geförderte Wohnungen wachsen nicht im selben Tempo wie die Studierendenzahlen.
Gleichzeitig entstehen private „Premium-Heime“ mit deutlich höheren Preisen, die sich viele nicht leisten können. - Befristete Mietverträge: Viele private Mietverhältnisse sind befristet.
Das erschwert Planungssicherheit, erzeugt Stress und zwingt Studierende oft schon nach wenigen Jahren zum erneuten Wohnungswechsel.
Politik, Hochschulvertretungen und Interessenvertretungen reagieren mit Studien, Forderungen und einzelnen Maßnahmen –
von Sonderaktionen bei Gemeindewohnungen bis zu Ausbauprogrammen für Heimplätze.
Für dich als Studierende:r bleibt aber vor allem eines wichtig: möglichst früh planen, Alternativen kennen und gut vorbereitet in die Wohnungssuche starten.
Studentenheime: Voll, aber weiter ein zentraler Baustein
Studierendenwohnheime sind nach wie vor eine der wichtigsten Wohnformen im Studium:
Sie kombinieren möblierte Zimmer, planbare Kosten (oft „All-in“ inklusive Strom, Heizung, Internet) und eine auf Studierende zugeschnittene Vertragsgestaltung.
Das Studentenheimgesetz regelt etwa Kaution, Entgelt, Rechte der Bewohner:innen und Mitbestimmung über Heimvertretungen.
Gleichzeitig zeigt die Praxis im Wintersemester 2025/26, wie knapp die Kapazitäten sind:
Große Anbieter wie OeAD student housing oder home4students melden für Wien und andere Unistädte eine vollständige Auslastung,
teilweise mit dem Hinweis, dass Anmeldungen nur mehr auf Wartelisten geführt oder auf das Sommersemester und das nächste Studienjahr verschoben werden können.
Hinzu kommt ein Trend zu hochpreisigen privaten „Student Hotels“ und „Premium-Heimen“.
Sie bieten oft Top-Lagen, Fitnessräume oder Coworking-Spaces, verlangen dafür aber Mieten, die deutlich über dem liegen,
was viele Studierende aus ihrem Budget finanzieren können.
Selbst Interessenvertretungen kritisieren, dass diese Angebote zwar sichtbar wachsen, aber die Grundprobleme der Leistbarkeit nicht lösen.
WG-Zimmer & private Miete: Chancen und Risiken
WG-Zimmer und kleine Mietwohnungen sind die häufigste Wohnform für Studierende –
vor allem in Großstädten wie Wien oder Graz.
Die Vorteile liegen auf der Hand: mehr Unabhängigkeit, oft größere Zimmer und die Möglichkeit, Unterkunft und Mitbewohner:innen frei zu wählen.
Gleichzeitig gibt es einige Risiken:
- Hohe Monatsmieten: In vielen Städten liegen WG-Zimmer inzwischen im Bereich von 450–800 € monatlich, je nach Lage, Größe und Ausstattung.
Einzelapartments sind meist noch teurer. - Befristung: Viele Mietverträge sind auf einige Jahre befristet.
Das bedeutet: Du brauchst einen Plan, was nach dem Ablauf passiert, und musst rechtzeitig Alternativen suchen. - Kaution und Ablöse: Drei Bruttomonatsmieten Kaution sind keine Seltenheit.
Bei unklaren Ablösen (z. B. für Möbel) solltest du besonders kritisch nachfragen und nichts überstürzt unterschreiben. - Intransparente Nebenkosten: Achte darauf, ob Betriebskosten, Heizung, Strom und Internet inkludiert sind oder extra bezahlt werden müssen.
Wichtig ist der Gesamtbetrag pro Monat, nicht nur der „nette Grundmietpreis“.
Trotz dieser Punkte kann eine WG die beste Option sein –
wenn du früh suchst, Angebote vergleichst und Verträge genau prüfst.
Nutze mehrere Plattformen, Hochschul-Aushänge und schwarze Bretter,
und frag auch im persönlichen Umfeld nach Zwischenmiete, Untermiete oder Zimmern von Absolvent:innen, die gerade ausziehen.
Wiener Gemeindewohnungen für Studierende: Sonderaktion 2025
Um Studierende gezielt zu entlasten, hat die Stadt Wien im Jahr 2025 eine befristete Sonderaktion gestartet:
Bis zu 1.000 Gemeindewohnungen wurden exklusiv für Studierende reserviert.
Die Wohnungen liegen mit etwa 35–45 m² meist im Ein- bis Zwei-Zimmer-Bereich und werden zu günstigen Richtwertmieten vergeben.
Die Aktion lief vom 1. Mai bis Ende September 2025.
Bis Mitte September hatten bereits rund 300 Studierende eine eigene leistbare und unbefristete Wohnung bezogen;
für weitere Hunderte war der Weg in den Gemeindebau vorbereitet.
Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál brachte das Ziel so auf den Punkt:
„Mit dieser Sonderaktion machen wir leistbaren und sicheren Wohnraum im Gemeindebau für Studierende einfacher zugänglich.“
Wichtig für dich:
- Die Aktion 2025 war zeitlich befristet. Ob und in welcher Form sie wiederholt wird, entscheidet die Stadtpolitik.
- Kriterien waren u. a.: Inskription an einer Wiener Uni oder FH, Mindestalter 18 Jahre,
seit zwei Jahren Hauptwohnsitz in Wien, Einhaltung bestimmter Einkommensgrenzen. - Die Anmeldung lief vollständig online über die Wohnberatung Wien mit dem Kennwort „Sonderaktion 2025“.
Für kommende Jahre gilt: Wenn du in Wien studierst oder studieren möchtest,
solltest du rechtzeitig prüfen, ob es vergleichbare Aktionen gibt – etwa für Studierende, Lehrlinge oder junge Arbeitnehmer:innen.
Solche Programme können eine langfristig leistbare Wohnbasis schaffen, die dich von ständigen WG-Wechseln entlastet.
SWS-Studentenwohnungen: Leistbar wohnen mit Struktur
Der Studentenwohnungsservice (SWS) ist ein spezielles Angebot in Wien:
Er mietet Wohnungen an und vermietet sie möbliert an Studierende weiter.
Die Mietverträge laufen jeweils über ein Jahr und können bei positivem Studienerfolg verlängert werden.
Wichtige Eckpunkte:
- Zielgruppe: Studierende in Wien, die leistbaren Wohnraum außerhalb eines klassischen Studentenheims suchen.
- Vertragsdauer: Grundsätzlich ein Jahr; Verlängerungen sind möglich, wenn du ausreichenden Studienfortschritt nachweist.
- Unterlagen: Matura-Zeugnis für Erstsemestrige, Nachweise über Studienfortschritt für Fortgeschrittene,
Offenlegung des elterlichen und eigenen Einkommens. - Vorteil: Du bekommst eine vollwertige Wohnung mit klaren Rahmenbedingungen und vergleichsweise fairen Mieten,
ohne selbst als Hauptmieter:in am freien Markt auftreten zu müssen.
Gerade in Wien kann der SWS eine gute Option sein,
wenn du weder im Heim noch in einer WG etwas Passendes findest und einen mittelfristig stabilen Wohnsitz suchst.
Weitere Alternativen: Pendeln, Zwischenmiete & neue Wohnprojekte
Wenn weder Heim noch WG noch Gemeindewohnung sofort klappen, lohnt sich ein Blick auf weitere Möglichkeiten:
- Pendeln als Übergang: Für manche Studierende ist es sinnvoll, in den ersten Semestern zu pendeln –
besonders, wenn die Entfernung moderat ist und es eine gute ÖV-Anbindung gibt.
So kannst du in Ruhe auf einen Heimplatz oder eine passende Wohnung warten. - Zwischenmiete & Untermiete: Viele Studierende gehen ins Ausland oder machen Praktika und vergeben ihre Zimmer für ein Semester oder ein Jahr.
Das kann für dich eine wichtige Zwischenlösung sein. - Studentische Wohnprojekte & Co-Living: In manchen Städten gibt es Wohnprojekte, bei denen Studierende günstiger wohnen,
wenn sie sich sozial engagieren oder bestimmte Aufgaben im Haus übernehmen. - Notquartiere & kurzfristige Lösungen: In besonders angespannten Situationen bieten Studierendenvertretungen und Städte teils Notunterkünfte, Bettenbörsen oder kurzfristige Zwischenlösungen an –
informiere dich rechtzeitig bei deiner ÖH, beim Studierendenwerk oder bei der Stadt.
Checkliste: So gehst du jetzt Schritt für Schritt vor
- 1. Budget klären: Rechne aus, wie viel Geld du realistisch jeden Monat fürs Wohnen aufbringen kannst.
Orientiere dich eher am oberen Bereich (z. B. 450–600 €), um nicht zu knapp zu kalkulieren. - 2. Wohnformen priorisieren: Überlege, was dir am wichtigsten ist – Lage, Preis, Gemeinschaft, Ruhe, eigene Küche, eigenes Bad –
und ordne Heim, WG, Einzimmerwohnung, Gemeindewohnung oder SWS danach. - 3. Frühzeitig für Heime anmelden: Melde dich bei mehreren Heimträgern so früh wie möglich an,
idealerweise schon ein Jahr vor Studienstart oder Ortswechsel.
Nutze Wartelisten aktiv und aktualisiere deine Daten. - 4. WG-Suche professionell angehen: Richte ein Suchprofil ein, erstelle einen kurzen Steckbrief von dir und
plane Zeit für Besichtigungen ein. Prüfe im Vertrag immer Laufzeit, Kündigungsfrist und Nebenkosten. - 5. Gemeindewohnungen & Sonderaktionen im Auge behalten:
Wenn du in Wien oder einer anderen Stadt mit kommunalem Wohnbau studierst, informiere dich über Ticket-Systeme, Einkommensgrenzen und Sonderaktionen für Studierende. - 6. SWS & ähnliche Angebote prüfen:
Schau dir an, ob ein Studentenwohnungsservice für dich in Frage kommt, welche Unterlagen nötig sind und welche Fristen gelten. - 7. Plan B vorbereiten:
Überlege, wie du überbrücken kannst, falls zum Semesterstart noch kein fixer Wohnplatz vorhanden ist – etwa durch Zwischenmiete, Pendeln oder temporäre Unterkunft. - 8. Beratung nutzen:
Wende dich bei Problemen an ÖH, Arbeiterkammer oder Hochschulombudsstelle.
Dort erhältst du Unterstützung bei Vertragsfragen, zu hohen Mieten oder Konflikten mit Vermieter:innen.
Fristen & Zeitplan für deine Wohnungssuche
Die folgenden Zeitfenster sind Erfahrungswerte und können je nach Standort leicht variieren – sie helfen dir aber, nichts Wichtiges zu verpassen:
- 9–12 Monate vor Studienstart: Erste Infos zu Heimen, SWS und Gemeindewohnungen einholen,
Bewerbungsbedingungen lesen, Unterlagen vorbereiten. - 6–9 Monate vorher: Anmeldungen bei Studentenheimen losschicken, dich auf Wartelisten setzen lassen,
bei kommunalen Wohnbau-Stellen registrieren. - 3–6 Monate vorher: WG-Suche intensivieren, Wohnungsanzeigen beobachten, Besichtigungen planen,
Zwischenmiete als mögliche Brücke mitdenken. - 1–3 Monate vorher: Konkrete Vertragsabschlüsse, Kaution organisieren,
Übersiedlungsplanung und Ummeldung (Meldezettel) vorbereiten. - Während des Studiums: Fristen für Vertragsverlängerungen, Studienerfolgsnachweise (z. B. SWS)
und Heimverträge im Kalender notieren – so vermeidest du böse Überraschungen.
Stimmen aus Studien & Politik: Was Expert:innen empfehlen
- IFES-Studie im Auftrag von AK und ÖH (2024):
Die Forscher:innen betonen, dass die Wohnkostenbelastung von Studierenden mit rund 43 % des Einkommens deutlich über dem allgemein empfohlenen Drittel liegt und daher als Überbelastung einzustufen ist. - Ilkim Erdost, Bereichsleiterin Bildung, Arbeiterkammer Wien:
Sie kritisiert, dass ein großer Teil der Studierenden in befristeten Mietverhältnissen lebt und warnt vor der damit verbundenen Unsicherheit und eingeschränkten Mobilität. - Nina Matthies, Vorsitzende der ÖH (2024):
Sie weist darauf hin, dass private „Luxusheime“ aus dem Boden schießen, für Durchschnittsstudent:innen aber kaum leistbar sind,
und fordert einen massiven Ausbau leistbarer Heimplätze. - Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (Studierenden-Sozialerhebung 2023):
Die Studie macht deutlich, dass Wohnen der größte Budgetposten von Studierenden ist und sich die Gesamtkosten seit 2019 deutlich erhöht haben. - Hochschulombudsstelle (2025):
Sie betont die Bedeutung von Studierendenwohnheimen als rechtlich geregelte, vergleichsweise kostengünstige Wohnform und empfiehlt,
Heimstatuten und Verträge vor Abschluss genau zu lesen. - Stadt Wien (Sonderaktion Gemeindewohnungen 2025):
Verantwortliche heben hervor, dass gezielte Programme für Studierende sowohl Bildungschancen stärken
als auch den überhitzten privaten Mietmarkt entlasten können. - Wiener Wohnen & Wohnberatung Wien:
Sie verweisen darauf, dass klare Einkommensgrenzen, Hauptwohnsitzdauer und Online-Anmeldung nötig sind,
um Gemeindewohnungen fair zu vergeben – und raten zu frühzeitiger Registrierung. - Studentenwohnungsservice (SWS):
Der Service unterstreicht, dass zumindest grundlegender Studienerfolg und die Offenlegung der Einkommenssituation entscheidend dafür sind,
eine SWS-Wohnung zu bekommen und behalten zu können. - Gemeinnützige Heimträger (z. B. home4students):
Sie empfehlen, Anmeldungen sehr früh vorzunehmen und betonen, dass gemeinnützige Heime bewusst auf leistbare Benützungsentgelte setzen. - Studierendenvertretungen und Beratungsstellen:
ÖH, Arbeiterkammer und Ombudsstellen raten Studierenden, ihre Rechte zu kennen, Mietverträge prüfen zu lassen
und sich bei Verdacht auf überhöhte Mieten oder unfaire Bedingungen beraten zu lassen.
FAQ – Häufige Fragen zur Wohnkrise im Studium
In diesem FAQ findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um ausgebuchte Studentenheime, WG-Suche, Gemeindewohnungen und Alternativen.
Wie ernst ist die Wohnkrise für Studierende 2025/26 wirklich?
Studien zeigen eine hohe Wohnkostenbelastung, ausgebuchte Heime und steigende Mieten.
Für viele Studierende ist Wohnen zur zentralen finanziellen Herausforderung geworden –
vor allem in großen Universitätsstädten wie Wien, Graz, Innsbruck oder Salzburg.
Wann sollte ich mich für ein Studentenheim bewerben?
So früh wie möglich. Je näher der Semesterstart rückt, desto geringer sind die Chancen auf einen Platz.
Idealerweise beginnst du 9–12 Monate vor Studienbeginn mit der Heimrecherche und meldest dich bei mehreren Heimen gleichzeitig an.
Was kann ich tun, wenn alle Studentenheime ausgebucht sind?
Prüfe alternative Heime und Wohnheimbetreiber, setze dich auf Wartelisten und schaue gleichzeitig nach WG-Zimmern und Zwischenmieten.
In Wien lohnt sich zusätzlich ein Blick auf Gemeindewohnungs-Angebote und SWS-Wohnungen.
Kurzfristig können Hostels, Notquartiere oder temporäre Lösungen bei Freunden helfen.
Wie finde ich eine leistbare WG in einer teuren Stadt wie Wien?
Nutze mehrere Plattformen, Hochschulschwarze Bretter und Social-Media-Gruppen.
Filtere gezielt nach inkludierten Nebenkosten und beachte die Lage (ÖV-Anbindung, Fahrzeit zur Uni).
Vereinbare mehrere Besichtigungen, lies Verträge genau und unterschreibe nichts, was du nicht verstehst.
Wie viel Geld sollte ich für Wohnen im Budget einplanen?
Rechne eher mit 400–600 € pro Monat, abhängig von Stadt, Wohnform und ob du in einer WG oder alleine lebst.
Dazu kommen einmalige Kosten wie Kaution und eventuelle Ablöse.
Wenn dein Budget deutlich niedriger ist, sind Heime, Gemeindewohnungen oder SWS-Angebote besonders interessant.
Was steckt hinter der Wiener Sonderaktion für Gemeindewohnungen für Studierende?
2025 hat Wien bis zu 1.000 Gemeindewohnungen speziell für Studierende bereitgestellt – zu günstigen Richtwertmieten und unbefristeten Verträgen.
Die Aktion war befristet und lief bis Ende September 2025.
Ob es ähnliche Programme in den Folgejahren gibt, hängt von politischen Entscheidungen ab.
Es lohnt sich, die Infos der Stadt Wien regelmäßig zu überprüfen.
Was genau sind SWS-Studentenwohnungen?
Der Studentenwohnungsservice (SWS) mietet Wohnungen an und vermietet sie weiter an Studierende, meist möbliert und befristet auf ein Jahr.
Die Verlängerung hängt von deinem Studienerfolg ab.
Du musst Nachweise über Studium und Einkommen (inklusive elterlichem Einkommen) einreichen.
Welche Unterlagen sollte ich für Bewerbungen bereithalten?
Typisch sind: Ausweis, Immatrikulationsbestätigung oder Matura-Zeugnis, Einkommensnachweise (von dir und ggf. Eltern),
Meldezettel, eventuell Referenzen früherer Vermieter:innen sowie eine aktuelle Bonitätsauskunft.
Für SWS- oder Gemeindewohnungs-Angebote können zusätzliche Dokumente nötig sein.
Was mache ich, wenn ich zum Semesterstart noch keine fixe Unterkunft habe?
Versuche kurzfristige Lösungen: Hostels, Zwischenmiete, Couch bei Freund:innen oder Familie.
Informiere dich über mögliche Notquartiere oder Bettenbörsen deiner Hochschule oder Stadt.
Parallel solltest du deine langfristige Lösung (Heim, WG, Gemeindewohnung, SWS) weiter aktiv verfolgen.
Wo bekomme ich unabhängige Hilfe, wenn etwas schiefgeht?
Erste Anlaufstellen sind deine ÖH, die Arbeiterkammer und die Hochschulombudsstelle.
Sie unterstützen etwa bei überhöhten Mieten, unklaren Klauseln, Konflikten mit Vermieter:innen oder Problemen mit Heimen und helfen dir, deine Rechte durchzusetzen.
Quellen
Arbeiterkammer Wien. (2024, 6. Februar). Studierende in der Wohnungskrise. Presseunterlage zur Wohnsituation von Studierenden in Österreich, basierend auf einer IFES-Befragung zu Wohnkosten, Mietbelastung und Problemlagen am Wohnungsmarkt.
ORF. (2024, 6. Februar). Studierende geben viel fürs Wohnen aus. Online-Artikel von wien.ORF.at zur IFES-Studie im Auftrag von Arbeiterkammer und ÖH; berichtet u. a. über eine durchschnittliche Wohnkostenbelastung von 43 % des Einkommens, typische Mietniveaus und den hohen Anteil befristeter Mietverhältnisse.
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF). (2024). Studierenden-Sozialerhebung 2023 – Kernbericht. Wien: BMBWF. Studie (durchgeführt vom Institut für Höhere Studien, IHS) zu Einkommen, Ausgaben und Lebenssituation von Studierenden; weist Wohnen als größten Kostenblock mit Durchschnittskosten von rund 468 € pro Monat aus.
OeAD student housing. (2025). WIEN: Ausgebucht WS/2025: Alternativunterkünfte hier. Online-Information des gemeinnützigen Heimbetreibers zur Vollauslastung der Unterkünfte in Wien für das Wintersemester 2025 und Hinweisen auf alternative Wohnangebote und Wartelisten.
home4students – Österreichische Studentenförderungsstiftung. (2025). Startseite und Hinweise zur Ausbuchung im Wintersemester 2025/26. Online-Information, wonach die Studentenheime in Wien, Salzburg, Klagenfurt und Innsbruck im Wintersemester 2025/26 ausgebucht sind und Anmeldungen primär auf spätere Semester bzw. Wartelisten zielen.
Stadt Wien – Wiener Wohnen. (2025, 1. Mai). Sonderaktion für Studierende. Informationsseite zur befristeten Sonderaktion, bei der bis zu 1.000 Gemeindewohnungen (35–45 m²) zu günstigen Richtwertmieten für Studierende zur Verfügung gestellt werden, inklusive Kriterien und Ablauf der Online-Bewerbung.
Stadt Wien – Rathauskorrespondenz. (2025, 14. September). Gemeindewohnungen für Studierende: Sonderaktion läuft noch bis Ende September – jetzt noch schnell anmelden! Pressemitteilung zur Wiener Studierenden-Sonderaktion; enthält Angaben zu bereits vergebenen Wohnungen, zur Gesamtzahl der reservierten Gemeindewohnungen und ein Statement von Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál zur Bedeutung leistbaren Wohnraums für Studierende.
oesterreich.gv.at (Redaktion Bundeskanzleramt). (2025, 26. Juni). Student apartments. Offizielle Informationsseite der Republik Österreich zum Studentenwohnungsservice (SWS) in Wien, mit Erläuterungen zu Zielgruppe, Vertragsdauer, Voraussetzungen (Studienerfolg, Einkommensoffenlegung) und weiterführenden Beratungsangeboten.
Hochschulombudsstelle. (2025, 28. November). Studentisches Wohnen. Online-Artikel der Ombudsstelle im Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung zur Rolle von Studierendenwohnheimen, zu rechtlichen Grundlagen (Studentenheimgesetz), Benützungsentgelt, Kaution und Mitbestimmungsrechten von Heimbewohner:innen.
Zucha et al. (2024). Studierenden-Sozialerhebung 2023 – Detailauswertung zu Wohnkosten. Teilanalyse der Studierenden-Sozialerhebung im Auftrag des BMBWF, erstellt vom Institut für Höhere Studien (IHS), mit detaillierten Angaben zu Wohnkosten, Naturalleistungen, Einkommensstruktur und zeitlichen Entwicklungen seit 2019.
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