Studienstart-Begriffe einfach erklärt: ECTS, STEOP, LV und Matrikelnummer

ECTS, STEOP, LV, Curriculum, ÖH-Beitrag und Matrikelnummer: Viele Begriffe wirken am Studienanfang komplizierter, als sie sind. Dieser Überblick erklärt die wichtigsten Studienstart-Begriffe in Österreich einfach, praktisch und ohne Hochschul-Jargon.
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Beim Studienstart in Österreich tauchen viele neue Begriffe auf.
ECTS, STEOP, LV, Curriculum, ÖH-Beitrag, Matrikelnummer, Prüfungsanmeldung oder Mindeststudienleistung klingen zuerst kompliziert, werden aber schnell verständlich, wenn man sie im Studienalltag einordnet.

Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Begriffe für Erstsemestrige einfach und praktisch. Du erfährst, was die Abkürzungen bedeuten, wo du sie im Studium brauchst und worauf du besonders im ersten Semester achten solltest.

Wichtige Begriffe kurz erklärt

  • ECTS zeigen den Arbeitsaufwand: Ein ECTS-Punkt steht in Österreich üblicherweise für rund 25 Arbeitsstunden. Ein Studienjahr ist meist mit 60 ECTS geplant.
  • STEOP ist die Eingangsphase: Die Studieneingangs- und Orientierungsphase liegt am Beginn vieler Bachelor- und Diplomstudien und umfasst je nach Studium 8 bis 20 ECTS.
  • LV bedeutet Lehrveranstaltung: Dazu zählen etwa Vorlesung, Übung, Seminar, Proseminar oder Praktikum.
  • Matrikelnummer ist deine Studienkennung: Du brauchst sie für Prüfungen, Anträge, Zahlungen, Studienunterlagen und die Kommunikation mit der Hochschule.
  • ÖH-Beitrag ist jedes Semester wichtig: Ohne rechtzeitige Zahlung kann die Zulassung beziehungsweise Fortsetzung des Studiums nicht korrekt abgeschlossen sein.

Warum Studienstart-Begriffe so wichtig sind

Der Studienstart unterscheidet sich stark von der Schule. An Universität, Fachhochschule, Pädagogischer Hochschule oder Privatuniversität musst du viele Dinge selbst organisieren: Lehrveranstaltungen wählen, Fristen beachten, Prüfungen anmelden, ECTS planen, Unterlagen herunterladen und Zahlungen rechtzeitig erledigen.

Die Begriffe sind deshalb nicht nur Theorie. Sie helfen dir, dein Studium zu verstehen. Wenn du weißt, was STEOP, Curriculum, Modul oder Prüfungsimmanenz bedeuten, kannst du dein erstes Semester deutlich besser planen.

Wenn du noch ganz am Anfang der Organisation stehst, hilft ergänzend die Checkliste für den Studienstart nach der Matura.

ECTS: Was bedeuten ECTS-Punkte?

ECTS steht für European Credit Transfer and Accumulation System. Vereinfacht gesagt zeigen ECTS-Punkte, wie groß der Arbeitsaufwand für eine Lehrveranstaltung, ein Modul oder ein ganzes Studium ist.

Ein ECTS-Punkt entspricht in Österreich üblicherweise rund 25 Arbeitsstunden. In diese Zeit fällt nicht nur die Anwesenheit in der Lehrveranstaltung, sondern auch Vor- und Nachbereitung, Lesen, Üben, Gruppenarbeit, Prüfungsvorbereitung und Prüfungsleistung.

ECTS-AngabeEinordnung
1 ECTSrund 25 Stunden Arbeitsaufwand
3 ECTSkleinere Lehrveranstaltung oder Teil eines Moduls
5 bis 6 ECTShäufige Größe für viele Lehrveranstaltungen oder Prüfungsleistungen
30 ECTStypische Planung für ein Semester im Vollzeitstudium
60 ECTStypische Planung für ein Studienjahr im Vollzeitstudium

STEOP: Was ist die Studieneingangs- und Orientierungsphase?

STEOP bedeutet Studieneingangs- und Orientierungsphase. Sie steht am Anfang vieler Bachelor- und Diplomstudien. Die STEOP soll dir zeigen, ob das Studium fachlich und organisatorisch wirklich zu dir passt.

Je nach Studium umfasst die STEOP mindestens 8 und höchstens 20 ECTS-Anrechnungspunkte. In vielen Studien solltest du sie im ersten Semester positiv absolvieren. Häufig gilt: Erst nach positiver Absolvierung der STEOP kannst du weitere Lehrveranstaltungen oder Prüfungen uneingeschränkt absolvieren. Die genaue Regel steht im Curriculum und in den Informationen deiner Hochschule.

BegriffBedeutung
STEOPerste Orientierungsphase im Studium
STEOP-PrüfungPrüfung oder Leistungsnachweis in dieser Eingangsphase
STEOP positivalle vorgesehenen STEOP-Leistungen wurden bestanden
STEOP nicht bestandendu musst Wiederholungsmöglichkeiten, Fristen und Folgen genau prüfen

Mindeststudienleistung: Der neue Begriff, den viele Erstsemestrige kennen sollten

Ein besonders wichtiger Begriff der letzten Jahre ist die Mindeststudienleistung. Für viele Bachelor- und Diplomstudien an öffentlichen Universitäten und Pädagogischen Hochschulen gilt: Innerhalb von vier Semestern müssen mindestens 16 ECTS erbracht werden. Wird diese Leistung nicht erreicht, kann die Zulassung zum betroffenen Studium erlöschen.

Das bedeutet nicht, dass du jedes Semester exakt gleich viele ECTS machen musst. Es bedeutet aber, dass du den Studienstart nicht völlig ohne Prüfungsleistungen verstreichen lassen solltest. Besonders wichtig ist das, wenn du nebenbei arbeitest, unsicher bist, ob das Studium passt, oder mehrere Studien gleichzeitig beginnst.

BegriffEinfach erklärt
Mindeststudienleistungmindestens 16 ECTS innerhalb von vier Semestern in einem betroffenen Studium
Prüfungsaktivitätzeigt, ob in einem Studienjahr ausreichend Studienleistung erbracht wurde
Studienleistungpositiv absolvierte Prüfungen, Lehrveranstaltungen oder anerkannte Leistungen

LV: Was bedeutet Lehrveranstaltung?

LV ist die Abkürzung für Lehrveranstaltung. Damit ist jede organisierte Unterrichtsform im Studium gemeint: Vorlesung, Übung, Seminar, Proseminar, Kurs, Praktikum oder kombinierte Lehrveranstaltung.

Im Vorlesungsverzeichnis oder im Online-System deiner Hochschule findest du zu jeder LV wichtige Angaben: Titel, LV-Nummer, ECTS, Lehrveranstaltungstyp, Lehrperson, Termine, Raum, Anmeldefrist, Prüfungsmodus und Voraussetzungen.

VO, UE, SE, PS, VU und PR: Häufige LV-Typen

Die Kürzel können je nach Hochschule und Fach leicht unterschiedlich verwendet werden. Trotzdem begegnen dir einige Abkürzungen besonders häufig.

KürzelBedeutungTypisch im Studienalltag
VOVorlesungmeist Vortrag, oft Abschlussprüfung am Ende
UEÜbungaktive Mitarbeit, Aufgaben, häufig laufende Leistungen
SESeminarDiskussion, Referat, schriftliche Arbeit, Anwesenheit oft wichtig
PSProseminarEinführung in wissenschaftliches Arbeiten oder fachliche Grundlagen
VUVorlesung mit ÜbungKombination aus Vortrag und praktischer Anwendung
PRPraktikumpraktische Arbeit, Labor, Projekt oder berufspraktische Elemente

Prüfungsimmanent und nicht prüfungsimmanent

Dieser Unterschied ist am Studienanfang besonders wichtig. Nicht prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen haben meist eine Prüfung am Ende. Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen bestehen dagegen aus mehreren Leistungen während des Semesters.

ArtWas bedeutet das?
Nicht prüfungsimmanentDie Beurteilung erfolgt meist durch eine einzelne Abschlussprüfung.
PrüfungsimmanentDie Leistung entsteht während des Semesters durch Mitarbeit, Aufgaben, Tests, Referat oder schriftliche Arbeiten.
AnwesenheitspflichtKann besonders bei prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen wichtig sein.

Prüfe daher vor Semesterbeginn genau, welche LV du wirklich besuchen kannst. Eine prüfungsimmanente Übung mit Anwesenheitspflicht ist schwerer nachzuholen als eine Vorlesung mit späterer Prüfung.

Curriculum, Studienplan und Modul

Das Curriculum ist der offizielle Plan deines Studiums. Darin steht, welche Leistungen du brauchst, welche Module vorgesehen sind, wie viele ECTS du absolvieren musst und welche Voraussetzungen für bestimmte Lehrveranstaltungen gelten.

Der Begriff Studienplan wird im Alltag oft ähnlich verwendet. Offiziell ist an vielen Hochschulen das Curriculum der zentrale Begriff. Ein Modul bündelt mehrere Lehrveranstaltungen oder Prüfungen zu einem thematischen Baustein.

BegriffBedeutung
Curriculumoffizielle Studienordnung mit Aufbau, ECTS, Modulen und Abschlussbedingungen
Studienplanalltagssprachlich häufig der Plan, welche Lehrveranstaltungen wann vorgesehen sind
Modulthematischer Baustein eines Studiums, oft aus mehreren LVs oder Prüfungen
Pflichtmodulmuss absolviert werden
Wahlmodulkann aus mehreren Möglichkeiten ausgewählt werden
Freie WahlfächerLeistungen, die je nach Curriculum freier gewählt werden können

Zulassung, Inskription und Immatrikulation

Zulassung bedeutet, dass du offiziell zu einem Studium aufgenommen wirst. Inskription wird in Österreich oft als Begriff für Einschreibung oder Anmeldung zum Studium verwendet. Immatrikulation ist ein älterer beziehungsweise formaler Begriff, der ebenfalls die Aufnahme in die Hochschule beschreibt.

Wichtig ist die Reihenfolge: Bewerbung oder Registrierung ist noch nicht automatisch Zulassung. Besonders bei Studien mit Aufnahmeverfahren, Eignungstest oder begrenzten Plätzen bekommst du die endgültige Studienberechtigung erst nach erfolgreicher Prüfung aller Voraussetzungen.

Wenn du den Ablauf vor Studienbeginn genauer planen möchtest, hilft der Beitrag Studium anmelden: Fristen und Unterlagen.

Aufnahmeverfahren und Zugangsbeschränkung

Manche Studien sind frei zugänglich, andere haben ein Aufnahmeverfahren oder besondere Zugangsvoraussetzungen. Das betrifft zum Beispiel viele FH-Studiengänge, Pädagogische Hochschulen, künstlerische Studien, Medizin, Psychologie oder stark nachgefragte Studienrichtungen.

Ein Aufnahmeverfahren kann aus Registrierung, Online-Self-Assessment, Motivationsschreiben, Test, Interview, Arbeitsprobe, Portfolio oder Nachweis bestimmter Vorkenntnisse bestehen. Entscheidend sind immer die Regeln der konkreten Hochschule und des konkreten Studiengangs.

BegriffWas dahintersteckt
Bewerbungdu reichst Unterlagen ein oder registrierst dich für ein Verfahren
AufnahmeverfahrenAuswahlprozess vor der Zulassung
EignungstestTest, ob bestimmte Voraussetzungen oder Fähigkeiten erfüllt sind
Zugangsbeschränkungnicht alle Interessierten erhalten automatisch einen Studienplatz

Matrikelnummer, Studierenden-ID und Account

Die Matrikelnummer ist deine zentrale Identifikationsnummer im österreichischen Hochschulbereich. Du bekommst sie im Zusammenhang mit der Zulassung und brauchst sie für viele organisatorische Schritte.

Nicht jede Nummer, die du am Studienanfang siehst, ist automatisch die Matrikelnummer. Viele Hochschulen verwenden zusätzlich Benutzername, Account-ID, Bewerbungsnummer, Kartennummer oder interne Studierenden-ID.

BegriffEinfach erklärt
Matrikelnummeroffizielle Identifikationsnummer für Studierende
StudierendenaccountOnline-Zugang zu Systemen der Hochschule
BenutzernameLogin-Kennung, nicht immer identisch mit der Matrikelnummer
BewerbungsnummerNummer während eines Bewerbungs- oder Aufnahmeverfahrens
StudierendenausweisAusweis oder digitale Karte für deinen Studierendenstatus

Eine genaue Erklärung findest du im Beitrag Was ist die Matrikelnummer in Österreich?.

ÖH-Beitrag, Studienbeitrag und Studiengebühr

Der ÖH-Beitrag ist der Studierendenbeitrag für die Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft. Er ist jedes Semester zu zahlen und enthält auch einen Versicherungsanteil. Die konkrete Höhe wird laufend veröffentlicht und kann sich ändern.

Der Studienbeitrag ist etwas anderes. An öffentlichen Universitäten und Pädagogischen Hochschulen fällt er unter bestimmten Voraussetzungen an, etwa bei Überschreiten der vorgesehenen Studienzeit samt Toleranzzeit oder bei bestimmten Gruppen von Drittstaatsangehörigen. Fachhochschulen können je nach Erhalter Studienbeiträge einheben. Privatuniversitäten beziehungsweise Privathochschulen haben eigene Kostenmodelle.

BegriffWas du wissen solltest
ÖH-BeitragPflichtbeitrag pro Semester für Studierende; wichtig für Zulassung oder Fortsetzung
Studienbeitragkann je nach Hochschule, Staatsangehörigkeit, Studiendauer oder Studienform anfallen
Studiengebührwird im Alltag oft gesagt, ist aber nicht immer der präzise rechtliche Begriff
Zahlungsreferenzmuss korrekt angegeben werden, damit die Zahlung zugeordnet werden kann

Für eine breitere finanzielle Einordnung kannst du den Überblick Studieren in Österreich: Kosten und Beihilfen nutzen.

Fortsetzungsmeldung: Warum du jedes Semester aktiv bleiben musst

Nach der ersten Zulassung musst du in den folgenden Semestern die Fortsetzung des Studiums melden. In der Praxis passiert das meist durch rechtzeitige Zahlung des ÖH-Beitrags und eines allenfalls erforderlichen Studienbeitrags.

Wichtig ist: Die Zahlung muss rechtzeitig bei der Hochschule einlangen. Es reicht nicht immer, am letzten Tag zu überweisen. Prüfe daher Fristen, Zahlungsdaten und Status im Studierendenaccount rechtzeitig.

Lehrveranstaltungsanmeldung und Prüfungsanmeldung

Viele Erstsemestrige verwechseln die Anmeldung zur Lehrveranstaltung mit der Anmeldung zur Prüfung. Das kann problematisch sein. Bei manchen LVs bist du mit der LV-Anmeldung automatisch im laufenden Beurteilungsmodus. Bei anderen musst du dich später gesondert zur Prüfung anmelden.

AnmeldungBedeutung
LV-Anmeldungdu meldest dich für eine Lehrveranstaltung an
Prüfungsanmeldungdu meldest dich für einen konkreten Prüfungstermin an
Wartelistedu hast noch keinen fixen Platz
Abmeldungwichtig, wenn du nicht teilnehmen oder nicht antreten kannst

Prüfungstermin, Prüfungsantritt und Prüfungseinsicht

Ein Prüfungstermin ist der konkrete Termin, an dem eine Prüfung stattfindet. Ein Prüfungsantritt bedeutet, dass du tatsächlich zur Prüfung antrittst. Wenn du eine Prüfung negativ absolvierst, gibt es je nach Hochschule und Studienrecht Wiederholungsmöglichkeiten.

Nach einer Prüfung kann eine Prüfungseinsicht wichtig sein. Dabei kannst du nachvollziehen, wie deine Leistung beurteilt wurde. Das hilft besonders, wenn du knapp negativ bist oder verstehen willst, wie du dich verbessern kannst.

Studienblatt, Studienbestätigung und Sammelzeugnis

Diese Dokumente brauchst du im Studium immer wieder. Sie sind besonders wichtig für Förderungen, Behörden, Nebenjobs, Familienbeihilfe, Wohnheim, Versicherung oder spätere Anerkennungen.

DokumentWofür du es brauchst
Studienblattzeigt, zu welchem Studium du zugelassen bist
Studienbestätigungbestätigt deinen aktuellen Studierendenstatus
Sammelzeugnisenthält absolvierte Prüfungen und Leistungen
Studienerfolgsnachweiswird für Beihilfen, Stipendien oder Behördenwege relevant

Semester, Studienjahr und Toleranzzeit

Ein Studienjahr besteht aus Wintersemester und Sommersemester. Viele Studien sind nach Semestern aufgebaut. Für Förderungen, Studienbeiträge und Studienfortschritt können Semesterzählung, vorgesehene Studiendauer und Toleranzzeit wichtig werden.

Die Toleranzzeit spielt vor allem bei Studienbeiträgen an öffentlichen Universitäten und Pädagogischen Hochschulen eine Rolle. Wer die vorgesehene Studienzeit deutlich überschreitet, sollte die Regeln zu Studienbeitrag, Erlass und Rückerstattung rechtzeitig prüfen.

Ordentliche und außerordentliche Studierende

Ordentliche Studierende sind zu einem ordentlichen Studium zugelassen, also etwa Bachelor-, Master-, Diplom- oder Doktoratsstudium. Außerordentliche Studierende besuchen zum Beispiel einzelne Lehrveranstaltungen, bestimmte Lehrgänge oder außerordentliche Studienformen.

StatusEinfach erklärt
Ordentliche:r Studierende:rdu bist zu einem regulären Studium zugelassen
Außerordentliche:r Studierende:rdu bist nicht zu einem regulären Studium in gleicher Form zugelassen, sondern etwa zu einzelnen LVs oder Lehrgängen

Anerkennung und Anrechnung

Anerkennung bedeutet, dass bereits absolvierte Prüfungen oder andere Leistungen für dein aktuelles Studium berücksichtigt werden können. Das ist besonders wichtig bei Studienwechsel, Vorstudium, Auslandssemester, beruflicher Qualifikation oder Wechsel zwischen Hochschulen.

Ob etwas anerkannt wird, entscheidet nicht der Wunsch der Studierenden allein. Es braucht einen Antrag und eine Prüfung durch die zuständige Stelle. Bewahre daher Zeugnisse, Kursbeschreibungen, ECTS-Angaben und Inhalte gut auf.

Uni, FH, PH und Privatuniversität: Begriffe können sich unterscheiden

Viele Begriffe sind österreichweit ähnlich, aber nicht überall gleich organisiert. Eine Universität hat andere Abläufe als eine Fachhochschule. An FHs gibt es oft stärker vorgegebene Stundenpläne, kleinere Gruppen und fixe Studienorganisation. An Universitäten ist die Eigenorganisation häufig größer.

Wenn du noch zwischen Hochschultypen entscheidest, hilft der Beitrag Uni oder FH nach der Matura?.

Studienstart im Alltag: Diese Begriffe brauchst du zuerst

Für den Anfang musst du nicht jedes Detail des Studienrechts kennen. Besonders wichtig sind jene Begriffe, die du in den ersten Wochen wirklich brauchst.

In den ersten Wochen wichtigWarum?
Matrikelnummerfür Account, Unterlagen, Kommunikation und Prüfungsorganisation
ÖH-Beitragfür Zulassung oder Fortsetzung des Studiums
Curriculumdamit du weißt, welche LVs im ersten Semester sinnvoll sind
STEOPweil sie oft Voraussetzung für weitere Studienleistungen ist
LV-Anmeldungdamit du rechtzeitig Plätze in Lehrveranstaltungen bekommst
Prüfungsanmeldungweil Prüfungstermine eigene Fristen haben können
Mindeststudienleistungweil 16 ECTS in vier Semestern für viele Studien ein wichtiger Meilenstein sind

Wenn du wissen möchtest, was du am ersten Tag wirklich brauchst, findest du im Beitrag Studienanfang: Was braucht man für den ersten Studientag? eine praktische Ergänzung.

Typische Fehler beim Studienstart

Nur auf Vorlesungen schauen

Viele Erstsemestrige wählen nur nach interessanten Titeln. Wichtiger ist aber, ob eine LV zur STEOP, zu einem Pflichtmodul oder zu einer Voraussetzung gehört.

Prüfungsanmeldung vergessen

Bei manchen LVs reicht die Anwesenheit nicht. Du musst dich rechtzeitig zur Prüfung anmelden und manchmal auch wieder abmelden, wenn du nicht antreten kannst.

ECTS unterschätzen

Eine LV mit wenigen Präsenzstunden kann trotzdem viel Aufwand bedeuten. ECTS zählen auch Vor- und Nachbereitung.

STEOP zu spät ernst nehmen

Wenn die STEOP Voraussetzung für weitere LVs ist, kann ein negativer oder verspäteter Abschluss deinen Studienplan stark bremsen.

Fristen nicht prüfen

Zulassung, LV-Anmeldung, Prüfungsanmeldung, Fortsetzungsmeldung und Beihilfen haben eigene Fristen. Ein einziger versäumter Termin kann den Studienstart erschweren.

Weitere praktische Hinweise findest du im Beitrag Diese 5 Studienfehler machen viele Erstsemestrige.

Kurzes Studienstart-Glossar von A bis Z

BegriffEinfach erklärt
Anerkennungbereits erbrachte Leistungen können für ein Studium berücksichtigt werden
AufnahmeverfahrenAuswahlprozess vor der Zulassung zu bestimmten Studien
Curriculumoffizielle Studienordnung mit Modulen, ECTS und Voraussetzungen
ECTSPunkte für den Arbeitsaufwand im Studium
FortsetzungsmeldungMeldung, dass du dein Studium im nächsten Semester weiter betreibst
LVLehrveranstaltung, zum Beispiel Vorlesung, Übung oder Seminar
Matrikelnummerzentrale Identifikationsnummer für Studierende
Mindeststudienleistungfür viele Bachelor- und Diplomstudien mindestens 16 ECTS innerhalb von vier Semestern
ModulBaustein eines Studiums, oft mit mehreren LVs oder Prüfungen
ÖH-BeitragStudierendenbeitrag, der jedes Semester rechtzeitig zu zahlen ist
PrüfungsimmanentBeurteilung erfolgt laufend während des Semesters
STEOPStudieneingangs- und Orientierungsphase am Beginn vieler Studien
Studienblattoffizielles Dokument über deine Zulassung zu einem Studium
Transcript of Recordsenglischsprachige Leistungsübersicht, oft bei Auslandsaufenthalt oder Bewerbung relevant
VOVorlesung

Fazit: Wer die Begriffe versteht, studiert entspannter

Viele Studienstart-Begriffe wirken nur am Anfang kompliziert. Sobald du weißt, was ECTS, STEOP, LV, Curriculum, Matrikelnummer und ÖH-Beitrag bedeuten, erkennst du schneller, was wirklich wichtig ist.

Am wichtigsten für das erste Semester sind drei Dinge: Lies dein Curriculum, prüfe die STEOP-Regeln und behalte Anmelde- und Zahlungsfristen im Blick. Dann wird aus dem unübersichtlichen Studienstart Schritt für Schritt ein organisierter Studienalltag.

FAQ: Studienstart-Begriffe in Österreich

Was bedeutet ECTS im Studium?

ECTS-Punkte zeigen den Arbeitsaufwand im Studium. Ein ECTS-Punkt entspricht in Österreich üblicherweise rund 25 Arbeitsstunden. Dazu zählen Lehrveranstaltung, Vorbereitung, Nachbereitung und Prüfung.

Was ist die STEOP?

STEOP bedeutet Studieneingangs- und Orientierungsphase. Sie steht am Anfang vieler Bachelor- und Diplomstudien und umfasst je nach Studium 8 bis 20 ECTS. Häufig müssen STEOP-Leistungen positiv absolviert werden, bevor weitere Studienleistungen möglich sind.

Was bedeutet LV?

LV steht für Lehrveranstaltung. Das kann eine Vorlesung, Übung, ein Seminar, Proseminar, Praktikum oder eine kombinierte Lehrveranstaltung sein.

Was ist der Unterschied zwischen VO, UE und SE?

VO bedeutet Vorlesung, UE bedeutet Übung und SE bedeutet Seminar. Vorlesungen enden oft mit einer Prüfung. Übungen und Seminare verlangen meist aktive Mitarbeit und mehrere Leistungen während des Semesters.

Was ist die Matrikelnummer?

Die Matrikelnummer ist die zentrale Identifikationsnummer für Studierende. Sie wird bei der Zulassung vergeben und für Prüfungen, Unterlagen, Zahlungen, Anträge und Kommunikation mit der Hochschule verwendet.

Was ist der ÖH-Beitrag?

Der ÖH-Beitrag ist der Studierendenbeitrag für die Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft. Er ist jedes Semester zu zahlen und enthält auch einen Versicherungsanteil. Die aktuelle Höhe sollte direkt bei der ÖH oder der Hochschule geprüft werden.

Was bedeutet Mindeststudienleistung?

Die Mindeststudienleistung bedeutet, dass in vielen Bachelor- und Diplomstudien innerhalb von vier Semestern mindestens 16 ECTS erbracht werden müssen. Wird diese Leistung nicht erreicht, kann die Zulassung zum betroffenen Studium erlöschen.

Was ist ein Curriculum?

Das Curriculum ist die offizielle Studienordnung. Darin steht, welche Module, Lehrveranstaltungen, Prüfungen, ECTS und Voraussetzungen für den Studienabschluss nötig sind.

Quellen

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