Physiotherapie Studium in Österreich – Kosten, Voraussetzungen, Aufnahmeverfahren, Dauer

Wenn du in Österreich Physiotherapeut:in werden willst, brauchst du nicht nur Interesse an Gesundheit, sondern auch Ausdauer, Empathie und einen klaren Blick darauf, wie das Studium wirklich aufgebaut ist
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Die Ausbildung dauert in Österreich meist 6 Semester mit 180 ECTS, teils 8 Semester im verlängert berufsbegleitenden Modell; die Berufsaussichten gelten im Gesundheitsbereich als gut und als grobe Orientierung liegt das Vollzeit-Bruttogehalt oft bei rund 1.980 bis 3.300 Euro pro Monat.

Aufnahme, Kosten und Berufseinstieg – Übersicht

  • Die Ausbildung läuft in Österreich anders als viele klassische Studien: Physiotherapie ist in Österreich ein gesetzlich geregelter Gesundheitsberuf. Die Grundausbildung erfolgt in der Regel an Fachhochschulen als Bachelorstudium mit Berufsqualifikation.
  • Das Studium ist stark praxisorientiert: Neben Theorie zu Medizin, Bewegung und Therapie gehören praktische Übungen, Untersuchungsmethoden und umfangreiche Praxisphasen fix dazu. Wer nur „etwas mit Sport und Gesundheit“ sucht, unterschätzt das Studium oft.
  • Die Aufnahme ist meist selektiv: Weil die Zahl der Plätze begrenzt ist, arbeiten viele FHs mit mehrstufigen Aufnahmeverfahren. Dazu gehören je nach Standort schriftliche oder computergestützte Tests, praktische Eignungsprüfungen und persönliche Gespräche.
  • Die Kosten sind meist planbar, aber nicht null: An vielen österreichischen FH-Standorten liegt der Studienbeitrag bei rund 363,36 Euro pro Semester zuzüglich ÖH-Beitrag. Dazu kommen Lernmaterialien, Kleidung für Praxis und oft Fahrt- oder Wohnkosten.
  • Du kannst nach dem Bachelor direkt in den Beruf einsteigen: Anders als bei manchen anderen Fächern ist ein Master nicht nötig, um grundsätzlich als Physiotherapeut:in arbeiten zu können. Ein Master ist eher für Spezialisierung, Wissenschaft, Management oder Lehre interessant.

Was ist Physiotherapie überhaupt – und was lernt man im Studium?

Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten arbeiten daran, Beweglichkeit, Kraft, Koordination, Belastbarkeit und Alltagsfunktionen von Menschen zu erhalten, zu verbessern oder wiederherzustellen. Das betrifft Kinder, Erwachsene und ältere Menschen ebenso wie Patient:innen nach Operationen, Unfällen, neurologischen Erkrankungen, chronischen Schmerzen oder langen Reha-Phasen.

Im Studium geht es deshalb nicht nur um Übungen oder Training. Du lernst medizinische Grundlagen wie Anatomie, Physiologie, Pathologie und klinische Fächer. Dazu kommen physiotherapeutische Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, Bewegungsanalyse, Gesprächsführung, Prävention, wissenschaftliches Arbeiten und rechtlich-ethische Grundlagen. Das Ziel ist, dass du therapeutische Prozesse fachlich sauber planen, durchführen und reflektieren kannst.

Passt das Physiotherapie Studium zu dir? – Ja-Nein-Logik

Ja, wenn diese Punkte klar zu dir passen – Fähigkeiten und Persönlichkeit

  • Du arbeitest gern mit Menschen: Physiotherapie ist kein stilles Einzelstudium. Du behandelst später Menschen in belastenden Situationen, erklärst Übungen, motivierst, beobachtest genau und musst Vertrauen aufbauen können.
  • Du interessierst dich für den menschlichen Körper: Wenn dich Bewegungsabläufe, Muskulatur, Gelenke, Belastung, Heilungsverläufe und funktionelle Zusammenhänge wirklich interessieren, ist das ein sehr gutes Zeichen.
  • Du magst praktische Arbeit: Das Studium ist deutlich anwendungsnäher als viele rein theoretische Fächer. Du musst anfassen, zeigen, beobachten, korrigieren und in Praxissituationen ruhig bleiben können.
  • Du kannst freundlich und klar kommunizieren: Therapeutische Arbeit ist nicht nur Technik. Es geht auch darum, verständlich zu erklären, Grenzen zu setzen und Menschen im Alltag sinnvoll anzuleiten.
  • Du bist bereit, regelmäßig zu üben: Viele Inhalte werden erst durch Wiederholung sicher. Wer nur „mitlernen“ will, aber praktische Methoden nicht konsequent trainiert, wird im Studium schnell unsicher.

Eher nein, wenn diese Punkte stark auf dich zutreffen

  • Du suchst ein bequemes Online-Studium: Für die gesetzlich anerkannte physiotherapeutische Ausbildung brauchst du praktische Lehre und Praxisphasen. Ein rein bequemes Fernmodell passt dazu nicht.
  • Du willst vor allem Sport machen statt Therapie lernen: Physiotherapie hat zwar mit Bewegung zu tun, ist aber kein Fitness- oder Personal-Training-Studium. Medizinische Verantwortung, Dokumentation und therapeutische Prozesse gehören klar dazu.
  • Du hast große Probleme mit engem Patient:innenkontakt: Im Studium und im Beruf arbeitest du sehr nah am Menschen. Wer mit Berührung, Beobachtung oder körpernaher Kommunikation gar nicht zurechtkommt, sollte ehrlich prüfen, ob das Feld wirklich passt.
  • Du meidest naturwissenschaftliche und medizinische Inhalte: Ohne Interesse an Anatomie, Funktion, Krankheitsbildern und Befundung wird das Studium unnötig zäh.
  • Du willst maximale zeitliche Freiheit: Viele Physiotherapie-Studiengänge haben klare Anwesenheiten, praktische Einheiten und geblockte Praxisphasen. Das ist etwas anderes als ein frei planbares Massenstudium.

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Die formale Zugangsvoraussetzung

Für ein FH-Bachelorstudium brauchst du grundsätzlich die allgemeine Universitätsreife. Das kann ein österreichisches Reifeprüfungszeugnis, die Berufsreifeprüfung oder eine Studienberechtigung sein. Je nach FH kann auch eine einschlägige berufliche Qualifikation mit Zusatzprüfungen zum Zugang führen. Genau deshalb solltest du die jeweilige Hochschulseite immer sehr genau lesen und nicht nur auf allgemeine Zusammenfassungen vertrauen.

Wichtige persönliche Voraussetzungen – Belastbarkeit, Kommunikation und Genauigkeit

Formale Zulassung und persönliche Eignung sind nicht dasselbe. Im Physiotherapie-Studium helfen dir vor allem Beobachtungsgabe, Belastbarkeit, Genauigkeit, kommunikative Stärke, praktische Lernbereitschaft und ein professioneller Umgang mit Menschen. Wer freundlich wirkt, aber unter Druck chaotisch arbeitet, wird im Aufnahmeverfahren oder später in Praktika oft an Grenzen stoßen.

Das hilft dir schon vor dem Studienstart – Tipps

  • Grundverständnis für Biologie und Körperfunktionen: Du musst kein Medizinprofi sein, aber Interesse an körperlichen Zusammenhängen erleichtert den Einstieg deutlich.
  • Gute Selbstorganisation: Zwischen Theorie, Übung, Praxis und Prüfungsterminen hilft ein sauberer Lernrhythmus enorm.
  • Sicheres Auftreten ohne Überheblichkeit: Viele Aufnahmegespräche schauen nicht nur auf Wissen, sondern auch darauf, wie reflektiert und professionell du auftrittst.

Kann man Physiotherapie in Österreich auch ohne Matura studieren?

Ja, das kann je nach Weg möglich sein. Bei Fachhochschul-Bachelorstudiengängen kommen in Österreich neben der klassischen Matura auch die Berufsreifeprüfung, die Studienberechtigungsprüfung oder eine einschlägige berufliche Qualifikation mit Zusatzprüfungen infrage. In der Praxis bedeutet das aber nicht, dass jede berufliche Erfahrung automatisch ausreicht. Wer ohne Matura einsteigen will, sollte besonders früh prüfen, welcher konkrete Zugangsweg an der gewünschten FH anerkannt wird.

Für interne Verlinkungen passt hier sehr gut der Beitrag Kann man ohne Matura in Österreich studieren? oder auch Studieren ohne Matura in Österreich – Voraussetzungen.

Wie läuft das Aufnahmeverfahren ab?

Einheitlich ist das Verfahren österreichweit nicht. Das Grundmuster ist aber ähnlich: Weil die Zahl der Studienplätze pro Jahrgang beschränkt ist, gibt es Aufnahmeverfahren. Je nach FH bestehen diese aus einem Online- oder schriftlichen Test, einem spezifischen Eignungstest, manchmal einem praktischen oder körperbezogenen Teil und einem persönlichen Gespräch.

Typische Bestandteile im Aufnahmeverfahren – Test und Gespräch

  • Schriftlicher oder computergestützter Test: Hier werden je nach Hochschule Sprachverständnis, logisches Denken, Rechenverständnis, Merkfähigkeit, Konzentration oder allgemeines gesundheitsbezogenes Wissen geprüft.
  • Berufsspezifischer Eignungstest: Manche FHs testen zusätzlich Koordination, Geschicklichkeit, Körper- und Raumwahrnehmung oder situationsbezogenes Verhalten im Umgang mit Patient:innen.
  • Persönliches Gespräch: Hier geht es häufig um Motivation, realistisches Berufsbild, Belastbarkeit, soziale Kompetenz und dein Verständnis davon, was Physiotherapie wirklich bedeutet.

Tipps für die Vorbereitung – Aufreten, Berufswunsch und Studienmotivation

Viele bereiten sich nur auf den Wissensanteil vor. Gerade bei Physiotherapie reicht das oft nicht. Wer im Gespräch unklar wirkt, ein falsches Berufsbild hat oder bei praktischen Elementen überfordert ist, verschenkt Chancen. Gute Vorbereitung heißt deshalb: nicht nur Lernstoff wiederholen, sondern auch das eigene Auftreten, den Berufswunsch und die Studienmotivation glaubwürdig erklären können.

Praktische Tipps für die Aufnahme – Erfolgschancen steigern

  • Informiere dich standortspezifisch: „Das Aufnahmeverfahren für Physiotherapie in Österreich“ klingt nach einem einheitlichen Ablauf, ist es aber nicht. Jede FH setzt andere Schwerpunkte.
  • Trainiere unter Zeitdruck: Gerade kognitive oder schriftliche Tests werden oft knapp. Wer nur gemütlich übt, erlebt im echten Test oft eine böse Überraschung.
  • Bereite deine Motivation ehrlich vor: Floskeln wie „Ich will Menschen helfen“ reichen allein nicht. Besser ist eine konkrete, reflektierte Antwort darauf, warum genau Physiotherapie und nicht Sportwissenschaft, Pflege oder Ergotherapie.
  • Nimm praktische Elemente ernst: Wenn eine FH Koordination, Bewegung oder berufsspezifische Eignung prüft, solltest du das nicht als Nebensache betrachten.

Wie lange dauert das Physiotherapie Studium in Österreich?

Der Regelfall

Die gesetzlich anerkannte Grundausbildung erfolgt in Österreich typischerweise als Bachelorstudium mit 6 Semestern und 180 ECTS. Das ist der Standard bei den regulären Vollzeitmodellen an vielen FH-Standorten.

Berufsbegleitende oder verlängerte Modelle

Es gibt auch Ausnahmen. Ein wichtiges Beispiel ist ein verlängert berufsbegleitendes Modell mit 8 Semestern. Wer neben dem Studium stärker gebunden ist, sollte aber sehr genau prüfen, ob das organisatorisch wirklich zu den verpflichtenden Praxisanteilen passt. Physiotherapie bleibt trotz berufsbegleitender Organisation ein sehr forderndes Gesundheitsstudium.

Studienbeiträge

An mehreren offiziellen FH-Standorten liegt der Studienbeitrag derzeit bei 363,36 Euro pro Semester zuzüglich ÖH-Beitrag. Je nach Hochschule können zusätzliche Materialkosten dazukommen. Manche FHs nennen etwa Zusatzkosten für Materialien, Sportwochen, Praktika oder spezielle Lehranteile. Deshalb solltest du nie nur die Semestergebühr vergleichen.

Mit diesen Kosten solltest du zusätzlich rechnen – Umzug und Praktika

  • Lernmittel und Skripten: Auch wenn viel digital läuft, entstehen laufend Kosten für Unterlagen, Fachliteratur oder Ausdrucke.
  • Kleidung und Praxisausstattung: Je nach Standort fallen Kosten für geeignete Kleidung, Schuhe oder Praxisanforderungen an.
  • Fahrt- und Wohnkosten: Gerade bei Praxisphasen, langen Anwesenheiten oder einem Studienortwechsel werden Mobilität und Wohnen oft zum größten Kostenblock.
  • Lebenshaltung: Wenn du aus einer kleineren Region für das Studium nach Wien, Graz, Krems oder St. Pölten ziehst, solltest du dein Monatsbudget realistisch kalkulieren.

Siehe auch unsere Tipps zu Studieren in Österreich 2026 – Kosten, Studienbeihilfe.

Wo kann man Physiotherapie in Österreich studieren? – Angebote

Das Studium wird an mehreren Fachhochschul-Standorten angeboten. Die Details ändern sich jährlich, vor allem Fristen und verfügbare Plätze. Deshalb ist die Tabelle als schneller Überblick gedacht, nicht als Ersatz für die jeweilige offizielle Studienseite.

Hochschule / StandortModellDauerBeispiele für 2026Besonderheiten
FH JOANNEUM, GrazVollzeit6 Semester70 Plätze, Bewerbungsfrist bis 24.03.2026Onlinetest, spezifischer Eignungstest, Gespräch; Berufspraktika ab dem 2. Semester
FH Campus WienVollzeit6 Semester153 PlätzeSehr großer Standort, umfangreiche Praxislernphasen, zusätzliche Materialkosten möglich
FH Campus Wienverlängert berufsbegleitend8 Semester32 PlätzeBlockwochen, Wochenenden und praxisintensive spätere Semester
FH Gesundheitsberufe OÖVollzeit6 SemesterStandorte Linz, Steyr, Wels; 108 Plätze; Bewerbung 01.01.2026 bis 31.03.2026Mehrere Standorte, schriftlicher Test und weitere Auswahlstufen
IMC KremsVollzeit6 SemesterBewerbungsfrist bis 15.03.2026Studieneignungstest, körperlicher Eignungstest, Gespräch; 37 Wochen Praktikum
USTP / FH St. PöltenVollzeit6 Semester65 Plätze; Bewerbung 01.10.2025 bis 25.03.2026Dreistufiges Verfahren mit computergestütztem Test, Eignungstest und Gespräch

Worauf du bei der Hochschulwahl achten solltest – Empfehlungen

  • Standort: Pendeln, Miete, Praxiseinsätze und Lebenshaltung unterscheiden sich stark. Der „beste“ Standort ist nicht automatisch der mit dem bekanntesten Namen.
  • Aufnahmeverfahren: Wenn eine FH stark auf praktische Eignung setzt und du darin gut bist, kann das ein Vorteil sein.
  • Organisationsform: Vollzeit und verlängert berufsbegleitend sind nicht nur zeitlich, sondern auch im Alltag sehr verschieden.
  • Praxisstruktur: Achte darauf, wann Praktika beginnen, wie stark Praxis eingebunden ist und ob internationale Optionen für dich interessant sind.

Wie schwer ist das Physiotherapie Studium?

Das Studium ist machbar, aber nicht leicht. Schwierig wird es meist nicht wegen einer einzelnen harten Prüfung, sondern wegen der Kombination aus medizinischen Inhalten, praktischen Anforderungen, Anwesenheit, Praxisphasen und der Verantwortung im Umgang mit Menschen. Viele erleben den Start deshalb anspruchsvoller als erwartet.

Typische Herausforderungen für Studierende

  • Anatomie und Funktion: Wer hier unsauber lernt, merkt die Lücken oft erst später in Befundung und Praxis.
  • Praktische Sicherheit: Es reicht nicht, Methoden zu kennen. Du musst sie auch anwenden, anleiten und begründen können.
  • Belastung im Semester: Theorie, Übungen und Praxisphasen greifen ineinander. Wer Aufgaben zu lange aufschiebt, gerät schnell unter Druck.
  • Professionelles Auftreten: Gerade in Praxisphasen zählen nicht nur Wissen, sondern auch Verlässlichkeit, Kommunikation und Selbstreflexion.

Welche Inhalte und Praxisphasen erwarten dich im Studium?

Typische Studieninhalte

Zu den häufigen Kernbereichen gehören Anatomie, Physiologie, Pathologie, Bewegungslehre, Biomechanik, Untersuchungs- und Befundungsmethoden, therapeutische Techniken, Kommunikation, Psychologie, Pädagogik, Recht, Ethik und wissenschaftliches Arbeiten. Je nach FH kommen zusätzliche Schwerpunkte wie Gesundheitsförderung, Digitalisierung, interprofessionelle Zusammenarbeit oder ausgewählte Vertiefungen hinzu.

Praxis ist kein Zusatz, sondern Kern des Studiums

Physiotherapie ist ein anwendungsbezogenes Gesundheitsstudium. Deshalb gibt es umfangreiche praktische Ausbildungsanteile in unterschiedlichen Einrichtungen. Je nach FH beginnen diese früher oder später im Studium. Du lernst also nicht nur im Hörsaal, sondern auch im direkten Transfer zur realen Versorgung.

Kann man Physiotherapie berufsbegleitend oder neben der Arbeit studieren?

Teilweise ja, aber mit wichtigen Einschränkungen. Das Berufsbild verlangt Praxiseinsätze, Anwesenheiten und klinische Ausbildungsanteile. Deshalb ist Physiotherapie deutlich weniger flexibel als viele betriebswirtschaftliche oder digitale Studien. Es gibt zwar verlängert berufsbegleitende Modelle, aber sie sind organisatorisch anspruchsvoll und nicht automatisch die leichtere Variante.

Wenn dich die Kombination aus Job und FH grundsätzlich interessiert, kannst du intern sinnvoll auf Welche Vorteile hat ein FH Studium neben der Arbeit? verlinken.

Berufschancen im Überblick – Wo kann ich dann arbeiten?

Nach dem Abschluss kannst du grundsätzlich direkt in den Beruf einsteigen. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten arbeiten in Krankenanstalten, Reha-Einrichtungen, Ambulatorien, Pflege- und Betreuungseinrichtungen, in der mobilen Versorgung, im Sportbereich, in der Prävention und – je nach Rahmen – auch selbständig. Für die rechtmäßige Berufsausübung in Österreich ist neben der anerkannten Ausbildung die Eintragung ins Gesundheitsberuferegister wichtig.

Typische Arbeitsfelder nach dem Studium

  • Krankenhaus und Akutbereich: Arbeit mit Patient:innen nach Operationen, bei akuten Einschränkungen oder im interdisziplinären Team.
  • Rehabilitation: Begleitung nach Verletzungen, neurologischen Erkrankungen, orthopädischen Eingriffen oder langen Krankheitsverläufen.
  • Prävention und Gesundheitsförderung: Bewegungsberatung, Sturzprävention, Haltung, ergonomische Themen und Alltagsfunktion.
  • Selbstständigkeit: Je nach rechtlichem Rahmen und Registrierung kann später auch eine freiberufliche Tätigkeit interessant werden.
  • Weiterbildung und Spezialisierung: Nach dem Bachelor kannst du dich fachlich vertiefen, einen Master anschließen oder in Richtung Forschung, Lehre, Management oder Public Health weitergehen.

Tipps, damit du das richtige Studium durchziehst

1. Verwechsele Physiotherapie nicht mit Fitness

Wenn du dich vor allem für Training, Leistung und Sport begeisterst, prüfe ehrlich, ob nicht ein anderes Studium besser passt. Physiotherapie ist ein therapeutischer Gesundheitsberuf mit medizinischer Grundlage und echter Verantwortung für Menschen.

2. Sprich vor der Bewerbung mit jemandem aus dem Feld

Ein Gespräch mit Studierenden, Absolvent:innen oder Praktiker:innen hilft oft mehr als zehn allgemeine Infoartikel. Du bekommst dadurch ein realistischeres Bild von Alltag, Belastung und Berufsperspektive.

3. Plane Bewerbung und Aufnahme früh

Viele Fristen enden im März, manche Bewerbungsfenster beginnen schon im Herbst des Vorjahres. Wer sich erst kurz vor knapp mit mehreren FHs beschäftigt, verliert oft unnötig Chancen.

4. Trainiere nicht nur Wissen, sondern auch Auftreten

Gerade bei Gesprächen und Eignungstests zählt, ob du ruhig, klar und reflektiert wirkst. Das kann man vorbereiten.

5. Plane das Studium immer inklusive Alltag

Die beste FH nützt dir wenig, wenn Miete, Pendeln oder Zeitstruktur für dich gar nicht funktionieren. Studiumserfolg hängt auch von organisatorischer Passung ab.

Für wen ist das Physiotherapie Studium in Österreich besonders interessant?

Das Studium passt besonders gut zu Menschen, die medizinisch arbeiten möchten, aber stärker im Bereich Bewegung, Funktion, Therapieprozess und direkter Begleitung von Patient:innen. Es ist auch interessant für Personen, die einen klar geregelten Gesundheitsberuf mit praxisnahem Studium suchen und sich eine spätere Spezialisierung offenhalten wollen.

Wenn du noch zwischen mehreren Richtungen schwankst, passt unser Ratgeber zu Was soll ich studieren? – einfach nachlesen!

FAQ

Brauche ich nach dem Bachelor noch einen Master, um als Physiotherapeut:in arbeiten zu dürfen?

In Österreich ist die Grundausbildung für die Berufsausübung als Physiotherapeut:in anerkannterweise über das Bachelorstudium aufgebaut. Ein Master kann später sinnvoll sein, wenn du dich spezialisieren, wissenschaftlich arbeiten oder in Richtung Management, Lehre oder Public Health gehen möchtest. Für den direkten Berufseinstieg ist er aber grundsätzlich nicht die Standardvoraussetzung.

Ist das Physiotherapie Studium eher medizinisch oder eher sportlich?

Es ist deutlich medizinischer und therapeutischer, als viele anfangs glauben. Natürlich spielt Bewegung eine zentrale Rolle, aber das Studium dreht sich nicht um bloßes Sporttreiben. Es geht um Befundung, therapeutische Prozesse, Krankheitsbilder, klinische Zusammenhänge, Prävention, Rehabilitation und professionelle Anleitung.

Wie körperlich anstrengend ist das Studium wirklich?

Es ist in der Regel körperlich präsenter als viele andere Studien. Du hast praktische Einheiten, therapeutische Techniken, Bewegungsschulung und Praxissituationen. Gleichzeitig ist es nicht einfach „körperlich hart“, sondern fordert vor allem Aufmerksamkeit, saubere Technik, Konzentration und einen professionellen Umgang mit dem eigenen Körper im Arbeitskontext.

Kann ich Physiotherapie studieren, wenn ich nicht aus einem naturwissenschaftlichen Schulzweig komme?

Ja, das ist möglich. Ein naturwissenschaftlicher Hintergrund kann den Einstieg erleichtern, ist aber keine automatische Pflicht. Wichtiger ist, dass du bereit bist, medizinische und funktionelle Grundlagen ernsthaft zu lernen und Lücken früh zu schließen, statt sie bis ins erste Praktikum mitzuschleppen.

Wie erkenne ich, ob ich mich lieber für Physiotherapie, Ergotherapie oder Sportwissenschaft entscheiden sollte?

Eine gute Unterscheidung läuft über den Arbeitsalltag. Wenn du dir eine therapeutische Tätigkeit mit starkem Fokus auf Bewegung, Funktion, Untersuchung und Behandlung in unterschiedlichen medizinischen Fachbereichen vorstellen kannst, spricht vieles für Physiotherapie. Wenn dich eher Handlungsfähigkeit im Alltag, Hilfsmittel und Betätigungsorientierung reizen, kann Ergotherapie näher liegen. Wenn du stärker in Training, Leistung, Analyse und Bewegung ohne therapeutische Berufsqualifikation denkst, könnte Sportwissenschaft eher passen.

Alle Angaben ohne Gewähr – informiere dich rechtzeitig vor Ort über Details, Angebot, Voraussetzungen, Kosten und mehr!

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