Bei der Matura 2027 sollen in Österreich mehrere Regeln angepasst werden.
Besonders wichtig sind die Abschlussarbeit an AHS, die mündliche Matura, neue Chancen beim Haupttermin und mehr organisatorischer Spielraum für Schulen.
Was ändert sich ab wann bei der Matura in Österreich?
- Abschlussarbeit an AHS: Die Abschließende Arbeit soll künftig nicht mehr verpflichtend sein. Schülerinnen und Schüler sollen dauerhaft wählen können, ob sie eine Arbeit machen oder stattdessen eine zusätzliche schriftliche oder mündliche Prüfung ablegen.
- Mündliche Matura: Für AHS und BHS ist ab 2027 ein Schwellenwert vorgesehen. Laut aktuellen Berichten soll eine Mindestquote von 30 Prozent gelten.
- Mehr Chancen beim Haupttermin: Schülerinnen und Schüler sollen vor der Matura in bis zu zwei Pflichtgegenständen Wiederholungsprüfungen ablegen können. Wenn diese positiv sind, soll ein Antritt im Haupttermin möglich sein.
- Mehr Flexibilität für Schulen: Schulen sollen mehr Spielraum bei nicht standardisierten Prüfungsterminen, Abläufen und Prüfungskommissionen bekommen.
- Schummeln wird klarer geregelt: Unerlaubte Hilfsmittel sollen künftig eindeutiger definiert werden. Schon ein einsatzbereites, mitgeführtes unerlaubtes Mittel kann als Schummeln gelten.
Für wen ist die Änderung wichtig?
Betroffen sind vor allem Maturantinnen und Maturanten ab 2027
Die Änderungen betreffen Schülerinnen und Schüler, die ab dem Maturajahrgang 2027 zur Reifeprüfung oder Reife- und Diplomprüfung antreten. Wichtig ist das besonders für Jugendliche an AHS, weil dort die Abschließende Arbeit eine zentrale Rolle spielt. Auch an BHS sind einzelne Änderungen relevant, etwa bei der mündlichen Prüfung, bei Prüfungskommissionen und bei organisatorischen Abläufen.
Auch Eltern und Lehrkräfte sollten die neuen Regeln kennen
Für Eltern ist vor allem wichtig, dass sich die Planung der Matura verändern kann. Wer keine Abschlussarbeit schreibt, muss eine zusätzliche Prüfung einplanen. Für Lehrkräfte und Schulen sind die Änderungen relevant, weil Abläufe, Termine, Archivierung und Prüfungskommissionen einfacher und flexibler organisiert werden sollen.
Was bedeutet das konkret für Schülerinnen und Schüler?
Der wichtigste Punkt ist die stärkere Wahlfreiheit. Schülerinnen und Schüler sollen stärker entscheiden können, wie sie ihre Matura zusammensetzen. Wer gerne selbstständig forscht, gestaltet oder künstlerisch arbeitet, kann weiterhin eine Abschließende Arbeit wählen. Wer lieber in einem weiteren Fach schriftlich oder mündlich antritt, soll diese Möglichkeit ebenfalls haben.
Die Matura bleibt trotzdem umfangreich
Auch wenn die Abschlussarbeit optional wird, wird die Matura nicht einfach gestrichen oder verkürzt. Wer keine Arbeit macht, muss stattdessen eine zusätzliche Prüfung ablegen. Damit bleibt der Umfang der Matura erhalten, nur die Form kann stärker zur eigenen Situation passen.
Was ändert sich bei der Abschlussarbeit?
Die ABA soll an AHS dauerhaft freiwillig werden
Die bisherige Vorwissenschaftliche Arbeit wurde bereits durch die Abschließende Arbeit ersetzt. Diese kann forschend, gestalterisch oder künstlerisch angelegt sein. Möglich sind zum Beispiel schriftliche Arbeiten, Medienprodukte, Podcasts, Videoreportagen, künstlerische Projekte oder empirische Erhebungen.
Statt ABA ist eine zusätzliche Prüfung möglich
Schon bisher gibt es eine Übergangsregelung, nach der Schülerinnen und Schüler anstelle der Abschließenden Arbeit eine zusätzliche Klausurarbeit oder eine zusätzliche mündliche Teilprüfung wählen können. Diese Wahlfreiheit soll nun dauerhaft gesetzlich verankert werden. Für AHS-Schülerinnen und AHS-Schüler bedeutet das mehr Flexibilität bei der persönlichen Schwerpunktsetzung.
Die Entscheidung muss gut überlegt sein
Die Wahl zwischen Abschlussarbeit und zusätzlicher Prüfung sollte nicht nur nach Aufwand getroffen werden. Eine Abschlussarbeit kann sinnvoll sein, wenn jemand ein Thema vertiefen, kreativ arbeiten oder sich auf ein späteres Studium vorbereiten möchte. Eine zusätzliche Prüfung kann besser passen, wenn jemand in einem Fach besonders stark ist oder lieber in klaren Prüfungssituationen arbeitet.
Schulen müssen rechtzeitig informieren
Für die praktische Planung ist entscheidend, wann die Schule die Wahlmöglichkeiten, Fristen und schulinternen Abläufe bekanntgibt. Schülerinnen und Schüler sollten deshalb früh mit Klassenvorstand, Fachlehrkräften oder Bildungsberatung sprechen, bevor sie sich endgültig entscheiden.
Was ändert sich bei der mündlichen Matura?
Ein Schwellenwert soll mehr Klarheit bringen
Bei der mündlichen Matura soll ab 2027 ein klarerer Schwellenwert eingeführt werden. Hintergrund ist die bisherige Regel, dass die Jahresnote unter bestimmten Voraussetzungen in die Beurteilung einfließt, wenn Kandidatinnen und Kandidaten an der Prüfung mitwirken. Dieser Begriff galt als rechtlich unscharf und soll präziser geregelt werden.
Geplant ist eine Mindestquote von 30 Prozent
Nach aktuellem Stand ist für AHS und BHS eine Mindestquote von 30 Prozent bei der mündlichen Matura vorgesehen. Damit soll klarer werden, welche Mindestleistung erforderlich ist, damit die Jahresnote berücksichtigt werden kann. Für Schülerinnen und Schüler bedeutet das: Eine gute Jahresnote bleibt wichtig, ersetzt aber nicht die Vorbereitung auf die mündliche Prüfung.
Warum wird die Regel geändert?
Die Änderung soll mehr Rechtssicherheit schaffen. Wenn genauer geregelt ist, ab wann eine Prüfungsleistung ausreichend ist, können Entscheidungen nachvollziehbarer getroffen werden. Das soll auch Widerspruchsverfahren reduzieren und Lehrkräfte, Schulleitungen sowie Prüfungskommissionen entlasten.
Was gilt für den Antritt beim Haupttermin?
Mehr Chancen bei negativen Pflichtgegenständen
Schülerinnen und Schüler sollen künftig die Möglichkeit bekommen, vor der Matura in bis zu zwei Pflichtgegenständen Wiederholungsprüfungen abzulegen. Wenn diese Prüfungen positiv absolviert werden, soll ein Antritt zur Matura im Haupttermin möglich sein.
Das kann für den weiteren Bildungsweg wichtig sein
Diese Änderung kann vor allem dann wichtig werden, wenn jemand den Maturaabschluss rechtzeitig für ein Studium, eine Fachhochschule, eine Ausbildung oder einen Berufseinstieg braucht. Wer die Wiederholungsprüfungen schafft, soll nicht automatisch auf einen späteren Termin ausweichen müssen.
Wichtig bleibt die rechtzeitige Planung
Wer vor der Matura negative Beurteilungen hat, sollte möglichst früh klären, welche Fristen, Prüfungsmodalitäten und schulischen Vorgaben gelten. Die konkrete Umsetzung hängt von den endgültigen rechtlichen Regelungen und den Informationen der Schule ab.
Welche Termine sind für die Matura 2027 wichtig?
Haupttermin 2027 für standardisierte Prüfungsgebiete
Für das Schuljahr 2026/27 sind die schriftlichen standardisierten Prüfungstermine bereits veröffentlicht. Die wichtigsten Haupttermine im Jahr 2027 sind:
| Prüfungsgebiet | Termin |
|---|---|
| Deutsch AHS, BHS und BRP | 5. Mai 2027 |
| Italienisch AHS und BHS | 7. Mai 2027 |
| Mathematik und angewandte Mathematik AHS, BHS und BRP | 10. Mai 2027 |
| Englisch AHS, BHS und BRP | 11. Mai 2027 |
| Latein AHS | 12. Mai 2027 |
| Französisch AHS und BHS | 13. Mai 2027 |
| Spanisch, Slowenisch, Kroatisch und Ungarisch als Unterrichtssprache | 14. Mai 2027 |
| Griechisch AHS | 21. Mai 2027 |
| Mündliche Kompensationsprüfungen | 1. und 2. Juni 2027 |
Weitere mündliche und nicht standardisierte Termine können flexibler werden
Bei nicht standardisierten Prüfungen und mündlichen Prüfungen soll es künftig mehr Spielraum geben. Dadurch könnten Schulen Prüfungstermine besser an ihre organisatorische Situation anpassen. Gleichzeitig soll darauf geachtet werden, dass Schülerinnen und Schüler ausreichend Lernzeit haben.
Was ändert sich für Schulen?
Weniger Bürokratie bei Prüfungsorganisation und Archivierung
Schulen sollen künftig weniger Detailvorgaben und mehr Autonomie erhalten. Dazu gehört auch eine Verkürzung bestimmter Archivierungspflichten. Beilagen zu Prüfungsprotokollen sollen nicht mehr 60 Jahre, sondern nur noch drei Jahre aufbewahrt werden müssen. Das soll Verwaltungsaufwand und Platzprobleme verringern.
Prüfungskommissionen sollen flexibler organisiert werden
Auch die Zusammensetzung der Prüfungskommissionen soll flexibler werden. Geplant ist unter anderem, den Personenkreis für externe Vorsitzende zu erweitern und Vertretungsregelungen zu erleichtern. Besonders größere Schulstandorte könnten dadurch parallele Prüfungskommissionen einsetzen und Prüfungsphasen schneller abwickeln.
Klare Regeln für unerlaubte Hilfsmittel
Ein weiterer Punkt betrifft den Umgang mit unerlaubten Hilfsmitteln. Wegen neuer technischer Möglichkeiten sollen die Regeln klarer werden. Künftig kann bereits das Mitführen eines einsatzbereiten unerlaubten Mittels als Schummeln gelten, wenn es jederzeit verwendet werden könnte.
Das bedeutet die Matura-Reform konkret
Die geplanten Änderungen bringen vor allem mehr Wahlfreiheit, mehr Rechtssicherheit und mehr Schulautonomie. Für Schülerinnen und Schüler wird die Entscheidung zwischen Abschlussarbeit und zusätzlicher Prüfung wichtiger. Gleichzeitig soll die mündliche Matura klarer geregelt werden. Wer 2027 maturiert, sollte daher nicht nur die Prüfungstermine kennen, sondern auch früh klären, welche Wahlmöglichkeiten an der eigenen Schule konkret angeboten und empfohlen werden.
FAQ zur Matura 2027
Wird die Abschlussarbeit bei der Matura 2027 abgeschafft?
Nein. Die Abschlussarbeit soll nicht abgeschafft werden, sondern an AHS dauerhaft optional werden. Schülerinnen und Schüler sollen wählen können, ob sie eine Abschließende Arbeit machen oder stattdessen eine zusätzliche schriftliche oder mündliche Prüfung ablegen.
Gilt die Wahlfreiheit bei der Abschlussarbeit auch für BHS?
Die Änderung betrifft vor allem die Abschließende Arbeit an AHS. An BHS gibt es eigene Regelungen rund um Diplomarbeiten und die Reife- und Diplomprüfung. Schülerinnen und Schüler an BHS sollten daher die Informationen ihrer Schule und die endgültigen rechtlichen Vorgaben beachten.
Muss man sich trotz guter Jahresnote auf die mündliche Matura vorbereiten?
Ja. Gerade wegen des geplanten Schwellenwerts wird die tatsächliche Leistung bei der mündlichen Prüfung wichtiger. Eine gute Jahresnote kann weiterhin eine Rolle spielen, ersetzt aber nicht die Vorbereitung auf die Prüfung.
Was passiert, wenn man vor der Matura zwei Fünfer hat?
Nach den geplanten Änderungen sollen Schülerinnen und Schüler in bis zu zwei Pflichtgegenständen Wiederholungsprüfungen ablegen können. Wenn diese positiv absolviert werden, soll ein Antritt beim Haupttermin der Matura möglich sein.
Wann beginnt der Haupttermin der Matura 2027?
Der Haupttermin der standardisierten schriftlichen Prüfungen beginnt am 5. Mai 2027 mit Deutsch. Danach folgen unter anderem Italienisch, Mathematik, Englisch, Latein, Französisch, Unterrichtssprachen und Griechisch.













