Der aktuelle Lehrlingsmonitor 2026 zeigt ein gemischtes Bild:
Viele Lehrlinge in Österreich sind grundsätzlich zufrieden, gleichzeitig bleiben Probleme wie Überstunden, Mobbing, ausbildungsfremde Tätigkeiten und schwankende Ausbildungsqualität ein ernstes Thema. Für den sechsten Österreichischen Lehrlingsmonitor wurden 6.102 Lehrlinge im letzten Lehrjahr befragt.
Das Ergebnis ist klar: Fast zwei Drittel erleben gute oder sehr gute Ausbildungsbedingungen, aber rund 37 Prozent berichten von schlechten oder sehr schlechten Rahmenbedingungen. Besonders auffällig ist auch, dass 24 Prozent regelmäßig Überstunden leisten, rund 37 Prozent zumindest einmal Mobbing erlebt haben und Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in vielen Betrieben noch nicht richtig angekommen sind.
Gleichzeitig zeigt der Monitor aber auch, warum die Lehre in Österreich für viele junge Menschen attraktiv bleibt: praktische Ausbildung, eigenes Einkommen, gute Jobchancen, frühe Berufserfahrung und viele Wege für den späteren Aufstieg.
| Thema | Was ist das – Aussagen zur Lehre |
|---|---|
| Lehrlingsmonitor | Große österreichweite Befragung von Lehrlingen im letzten Lehrjahr |
| Durchführung | ÖIBF im Auftrag von AK und ÖGB |
| Stichprobe | 6.102 Lehrlinge, online befragt |
| Positiver Befund | Fast zwei Drittel erleben gute oder sehr gute Ausbildungsbedingungen |
| Kritischer Befund | 37 Prozent berichten von schlechten oder sehr schlechten Bedingungen |
| Beliebte Lehrberufe | Zum Beispiel Elektrotechnik, Kraftfahrzeugtechnik, Bürokauffrau, Friseurin, Einzelhandel |
| Vorteile der Lehre | Praxis, Einkommen, Berufserfahrung, Karrierechancen, Lehre mit Matura |
Was ist der Lehrlingsmonitor in Österreich?
Der Österreichische Lehrlingsmonitor ist eine regelmäßig durchgeführte große Befragung, die zeigen soll, wie Lehrlinge ihre Ausbildung tatsächlich erleben. Es geht also nicht darum, was Betriebe, Politik oder Interessenvertretungen vermuten, sondern darum, wie Lehrlinge selbst ihre Ausbildung, ihre Arbeitsbedingungen, ihre Belastungen und ihre Zukunft einschätzen. Genau das macht den Monitor so wichtig. Er ist keine allgemeine Imagekampagne, sondern ein Instrument, das Stärken und Schwächen der Lehre sichtbar machen soll.
Beim Lehrlingsmonitor 2026 handelt es sich um die sechste Ausgabe. Laut Studie wurde die Erhebung vom Österreichischen Institut für Berufsbildungsforschung (öibf) durchgeführt. Auftraggeber sind Arbeiterkammer und Österreichischer Gewerkschaftsbund. Die Befragung lief als Online-Erhebung von Dezember 2024 bis Juni 2025. Erfasst wurden 6.102 Lehrlinge in der Endphase ihrer Ausbildung, also junge Menschen im letzten Lehrjahr einer betrieblichen Lehre in der Normalform. Genau dadurch ist die Befragung besonders aussagekräftig: Befragt wurden Lehrlinge, die ihre Ausbildung schon sehr gut beurteilen können, weil sie fast am Ende stehen.
Wie es den Lehrlingen insgesamt geht – wie wird die Lehre erlebt?
- Die Mehrheit erlebt die Lehre positiv: Der Lehrlingsmonitor zeigt, dass fast zwei Drittel der Lehrlinge in ihren Betrieben gute oder sehr gute Ausbildungsbedingungen erleben. Das ist die gute Nachricht. Es zeigt, dass die Lehre für viele junge Menschen in Österreich grundsätzlich funktioniert und dass es viele engagierte Ausbildungsbetriebe gibt, in denen Lehrlinge fachlich und menschlich gut begleitet werden.
- Die Probleme sind trotzdem zu groß: Gleichzeitig berichten rund 37 Prozent von schlechten oder sehr schlechten Rahmenbedingungen. Das ist kein Randproblem mehr. Wenn mehr als ein Drittel der Lehrlinge seine Bedingungen als problematisch erlebt, zeigt das, dass die Qualität der Lehrausbildung in Österreich stark schwankt. Genau diese Ungleichheit ist einer der wichtigsten Punkte des Monitors: Es gibt sehr gute Betriebe, aber eben auch viele, in denen Lehre nicht so läuft, wie sie laufen sollte.
- Die Unterschiede werden sogar größer: Besonders auffällig ist, dass laut Monitor 2025 sowohl der Anteil der Lehrlinge mit sehr guten als auch jener mit sehr schlechten Bedingungen Höchststände erreicht hat. Das bedeutet: Die Lage wird nicht einfach allgemein besser oder schlechter, sondern polarisiert sich. Manche Lehrlinge erleben sehr gute Ausbildung, andere sehr problematische. Genau das macht die Diskussion so wichtig.
Was Lehrlinge konkret belastet – Probleme und Tätigkeiten
- Überstunden sind weiter ein Thema: Laut Lehrlingsmonitor leisten 24 Prozent der befragten Lehrlinge regelmäßig Überstunden. Für Jugendliche unter 18 Jahren sind Überstunden in Österreich grundsätzlich besonders sensibel, weil die Schutzregeln hier enger sind. Problematisch ist dabei nicht nur die Menge, sondern auch die Frage, ob Überstunden freiwillig sind und korrekt abgegolten werden. Laut Studie erhalten zwar viele Lehrlinge eine vollständige Abgeltung, aber eben nicht alle. Für junge Menschen in Ausbildung ist das ein klares Warnsignal.
- Ausbildungsfremde Tätigkeiten kommen häufig vor: Der Monitor zeigt auch, dass viele Lehrlinge Tätigkeiten verrichten müssen, die aus ihrer Sicht nicht wirklich zu ihrer Ausbildung gehören. Genau das ist deshalb so heikel, weil eine Lehre keine billige Arbeitskraft ersetzen soll, sondern Ausbildung bieten muss. Wenn Lehrlinge regelmäßig fachfremde Aufgaben erledigen, geht wertvolle Lernzeit verloren. Besonders häufig tritt das laut Studie in bestimmten Berufsfeldern auf.
- Mobbing und schlechtes Betriebsklima belasten viele: Rund 37 Prozent der Lehrlinge geben an, in ihrer Ausbildung im Betrieb zumindest einmal beleidigt, belästigt, bedroht oder bloßgestellt worden zu sein. Das ist eine sehr hohe Zahl. Besonders häufig nennen Betroffene ungerechtfertigte Kritik, Schreien oder Schimpfen. Mobbing geht laut Monitor vor allem von Kolleg:innen, aber auch von Vorgesetzten und Ausbildner:innen aus. Damit wird klar: Schlechte Ausbildungsbedingungen sind nicht nur eine Frage von Stundenplänen oder Technik, sondern auch von Respekt und Betriebskultur.
- Die Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung ist nicht überall gut: Rund 93 Prozent der Lehrlinge sagen, dass ihrem Betrieb der Antritt zur Lehrabschlussprüfung wichtig ist. Gleichzeitig stimmen aber nur 64 Prozent stark zu, dass sie dabei vom Betrieb wirklich unterstützt werden. Etwa ein Drittel hat laut Monitor noch kein ausreichendes Gespräch darüber geführt, was für die LAP konkret gekonnt werden muss. Das zeigt eine typische Schieflage: Die Prüfung gilt offiziell als wichtig, aber nicht alle werden im Alltag gut darauf vorbereitet.
Digitalisierung und KI: ein großes Zukunftsthema, aber noch nicht überall Realität
- Digitalisierung ist ungleich verteilt: Erstmals hat der Lehrlingsmonitor 2026 das Thema Digitalisierung und Künstliche Intelligenz besonders genau abgefragt. Dabei zeigt sich ein klares Gefälle. 46 Prozent der Lehrlinge berichten, im Betrieb häufig oder sehr häufig mit digitalen Anwendungen zu tun zu haben. Gleichzeitig erleben 39 Prozent Digitalisierung im Betrieb nur selten oder nie. Das heißt: In manchen Berufen ist digitale Arbeit längst Alltag, in anderen kommt sie kaum vor.
- KI ist in der Lehre noch viel weniger angekommen: Beim Thema Künstliche Intelligenz ist die Lücke noch größer. Nur 14 Prozent der Lehrlinge kommen laut Monitor im Betrieb häufig oder sehr häufig mit KI-Anwendungen in Berührung. 55 Prozent haben damit überhaupt keine Erfahrungen, weitere 18 Prozent nur selten. Das ist gerade deshalb bemerkenswert, weil KI in der öffentlichen Debatte so stark präsent ist. In der betrieblichen Lehre ist das Thema also noch längst nicht flächendeckend angekommen.
- Berufsschule und Betrieb sind nicht gleich weit: Laut Monitor kommen 44 Prozent der Lehrlinge in der Berufsschule mit dem Thema Digitalisierung in Kontakt, im Betrieb aber nur 18 Prozent. Das zeigt ein Gefälle zwischen Unterricht und betrieblicher Praxis. Genau hier liegt eine große Zukunftsaufgabe für die Lehrlingsausbildung in Österreich.
Was der Lehrlingsmonitor auch Positives zeigt
- Viele lernen tatsächlich ihren Wunschberuf: Mehr als zwei Drittel der Lehrlinge konnten laut Monitor ihren engeren Berufswunsch oder zumindest einen Beruf verwirklichen, der sie wirklich interessiert hat. Das ist wichtig, weil die Berufswahl stark mit der späteren Zufriedenheit zusammenhängt. Wer seinen Wunschberuf erlernt, ist mit der Ausbildung deutlich zufriedener als jemand, der nur eine Notlösung gewählt hat.
- Gute Ausbildung stärkt Motivation und Zukunftsvertrauen: Der Monitor zeigt sehr klar: Gute Ausbildungsbedingungen führen dazu, dass sich Lehrlinge besser auf ihre spätere Arbeit vorbereitet fühlen, ihre Zukunft optimistischer sehen und ihr Interesse am Beruf gestärkt wird. Genau das ist für Betriebe, Wirtschaft und Gesellschaft zentral. Gute Lehre bildet nicht nur Fachkräfte aus – sie hält junge Menschen auch im Beruf.
Welche Lehrberufe in Österreich derzeit besonders beliebt sind – Burschen und Mädchen
- Bei Mädchen: Laut aktueller WKO-Lehrlingsstatistik 2025 gehören zu den häufigsten Lehrberufen bei Mädchen Bürokauffrau, Friseurin (Stylistin), Restaurantfachfrau, Köchin, Pharmazeutisch-kaufmännische Assistenz, Hotel- und Gastgewerbeassistentin, Einzelhandel, Verwaltungsassistentin, Metalltechnik und Konditorei. Das zeigt, dass klassische Dienstleistungs- und Verwaltungsberufe weiterhin stark gefragt sind, aber Technikberufe bei jungen Frauen langsam sichtbarer werden.
- Bei Burschen: Zu den beliebtesten Lehrberufen bei Burschen zählen laut WKO Elektrotechnik, Kraftfahrzeugtechnik, Installations- und Gebäudetechnik, Einzelhandel, Land- und Baumaschinentechnik, Koch, Mechatronik, Hochbau und Informationstechnologie. Diese Liste zeigt gut, wie wichtig technische, handwerkliche und infrastrukturelle Berufe in Österreich weiterhin sind.
- Die Lehre bleibt breit aufgestellt: Ein großer Vorteil der Lehre ist ihre Vielfalt. Die WKO verweist auf über 200 Lehrberufe in Österreich. Dadurch ist die Lehre nicht nur ein Weg für klassische Handwerksberufe, sondern reicht von Büro und Handel bis zu IT, Technik, Gesundheit, Tourismus oder Medien.
Welche Vorteile die Lehre in Österreich bietet – Tipps
- Früher Einstieg in die Praxis: Einer der größten Vorteile der Lehre ist, dass junge Menschen nicht nur über Arbeit lernen, sondern direkt in der Arbeitswelt stehen. Das macht die Ausbildung für viele greifbarer und realistischer. Man sieht früh, wie ein Beruf wirklich funktioniert, sammelt Erfahrung und lernt nicht nur aus Büchern.
- Eigenes Einkommen ab dem ersten Ausbildungstag: Lehrlinge verdienen vom Beginn an eigenes Geld. Gerade für viele Jugendliche ist das ein großer Unterschied zu rein schulischen Wegen. Es geht dabei nicht nur um Geld an sich, sondern auch um Unabhängigkeit und ein erstes Gefühl von wirtschaftlicher Eigenständigkeit.
- Gute Arbeitsmarktchancen: WKO und weitere Bildungsquellen betonen seit Jahren, dass eine abgeschlossene Berufsausbildung die Chancen auf stabile Beschäftigung verbessert. Die Wirtschaft sucht in vielen Bereichen Fachkräfte, und eine Lehre ist dafür ein direkter Weg. Gerade im Fachkräftemangel wird die duale Ausbildung für Betriebe und Absolvent:innen wichtiger.
- Viele Wege nach oben bleiben offen: Eine Lehre ist kein „Endpunkt“, sondern oft ein Anfang. Wer will, kann nach der Lehre eine Meister- oder Befähigungsprüfung machen, sich weiterbilden, Führungsaufgaben übernehmen oder sich selbstständig machen. Dazu kommt die Möglichkeit der Berufsmatura. In Österreich sind Vorbereitungskurse und Prüfungen für die Berufsreifeprüfung im Rahmen des Förderprogramms für Lehrlinge kostenlos. Das ist ein großer Vorteil, weil damit auch nach der Lehre der Weg zu FH oder Universität offen bleibt.
- Die Lehre passt zu vielen Lerntypen besser als ein rein schulischer Weg: Nicht alle lernen gleich. Für viele Jugendliche ist ein praktischer, konkreter Zugang motivierender als lange abstrakte Lernphasen. Genau darin liegt die Stärke der dualen Ausbildung: Arbeit, Lernen, Verantwortung und Entwicklung laufen parallel.
Was Expert:innen und Institutionen dazu sagen – Lehrlinngs Monitor aktuell
- Laura Zandonella von der ÖGJ: Sie betont, dass es viele Betriebe mit hochwertiger Ausbildung gibt, aber null Toleranz für „schwarze Schafe“ nötig sei. Ihre Aussage ist wichtig, weil sie den Kern des Monitors auf den Punkt bringt: Die Lehre funktioniert für viele gut, aber sie darf nicht vom Zufall abhängen.
- Renate Anderl von der Arbeiterkammer: Sie unterstreicht, dass Karriere mit Lehre nur dann wirklich funktioniert, wenn die Ausbildung in der Praxis hält, was auf dem Papier vorgesehen ist. Genau das ist ein zentraler Gedanke des Lehrlingsmonitors: Gute Rahmenbedingungen sind kein Extra, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Lehre ihre Stärke ausspielen kann.
- Wolfgang Katzian vom ÖGB: Er hebt besonders hervor, dass digitale Kompetenzen und der Umgang mit KI in vielen Lehrberufen noch nicht ausreichend verankert sind. Das ist eine wichtige Einordnung, weil sie zeigt, dass die Qualitätsfrage nicht nur soziale Themen wie Mobbing oder Überstunden betrifft, sondern auch Zukunftsfit und Technologiewandel.
- Christoph Neumayer von der Industriellenvereinigung: Er reagierte auf die Debatte mit dem Hinweis, dass Industrieunternehmen pro Lehrling hohe Summen investieren und sich diese Investition oft erst lange nach dem Lehrabschluss auszahlt. Diese Perspektive zeigt, dass Unternehmen Lehre auch als ernsthafte und kostspielige Zukunftsinvestition sehen.
- Jochen Danninger von der WKÖ: Er verwies darauf, dass engagierte Lehrbetriebe pauschal nicht schlechtgeredet werden dürften und dass Digitalisierungskompetenzen bereits Teil der Weiterentwicklung der Berufsbilder seien. Das ist eine wichtige Gegenperspektive, weil sie zeigt, dass zwischen Arbeitnehmervertretungen und Wirtschaftsseite zwar unterschiedliche Schwerpunkte bestehen, aber beide anerkennen, dass die Lehre modernisiert werden muss.
Was der Lehrlingsmonitor 2026 für Österreich insgesamt bedeutet
Der Lehrlingsmonitor zeigt nicht, dass die Lehre in Österreich grundsätzlich schlecht wäre. Dafür sind die positiven Ergebnisse zu stark. Er zeigt aber sehr deutlich, dass die Qualität der Lehre nicht überall gleich hoch ist. Genau das ist die entscheidende Botschaft. Die Lehre bleibt ein sehr starker Bildungsweg – aber sie ist nur dann wirklich stark, wenn Betriebe nicht nur Lehrlinge einstellen, sondern sie auch gut begleiten, fachlich ernst nehmen und fair behandeln.
Für Politik, Betriebe, Kammern und Schulen bedeutet das: Die Lehre ist zu wichtig, um sie nur über Lehrlingszahlen zu beurteilen. Entscheidend ist nicht nur, wie viele junge Menschen eine Lehre beginnen, sondern wie gut sie in dieser Zeit tatsächlich ausgebildet werden. Der Lehrlingsmonitor 2026 liefert dafür eine sehr klare und in Teilen auch unbequeme Bestandsaufnahme.
FAQ
Werden im Lehrlingsmonitor alle Lehrlinge in Österreich befragt?
Nein. Der Lehrlingsmonitor ist eine große repräsentative Stichprobe, aber keine Vollerhebung. Für die Ausgabe 2026 wurden 6.102 Lehrlinge im letzten Lehrjahr einer betrieblichen Lehre in der Normalform befragt. Genau dadurch lassen sich belastbare Aussagen treffen, ohne jede einzelne Person befragen zu müssen.
Ist der Lehrlingsmonitor eher eine Gewerkschaftsstudie oder eine neutrale Forschung?
Beides spielt eine Rolle. Auftraggeber sind AK und ÖGB, die wissenschaftliche Konzeption und Auswertung übernimmt aber das ÖIBF als Forschungsinstitut. Das heißt: Die Studie hat einen klaren arbeits- und bildungspolitischen Zweck, arbeitet aber zugleich mit wissenschaftlicher Erhebung und Auswertung.
Warum sind die beliebtesten Lehrberufe für Mädchen und Burschen noch so unterschiedlich?
Das hat mit traditionellen Rollenbildern, Berufsorientierung, Vorbildern und unterschiedlichen Erwartungen im Umfeld zu tun. Genau deshalb fordern viele Expert:innen, dass Berufsorientierung stärker dazu beitragen soll, alte Muster aufzubrechen und Jugendlichen ein breiteres Bild von Berufen zu zeigen.
Kann ich mit einer Lehre später trotzdem studieren?
Ja. In Österreich gibt es mit der Berufsmatura bzw. Lehre mit Matura einen gut etablierten Weg, mit dem Lehrlinge zusätzlich die Berufsreifeprüfung machen können. Vorbereitungskurse und Prüfungen sind im Förderprogramm kostenlos. Damit bleibt der Weg zu Fachhochschule oder Universität offen.
Was sollte ich tun, wenn ich in meiner Lehre ständig ausbildungsfremde Arbeiten machen muss?
Dann sollten Sie sich Unterstützung holen. Je nach Situation kommen Jugendvertrauensrat, Arbeiterkammer, Gewerkschaft, Berufsschule oder die Lehrlingsstelle infrage. Ausbildungsfremde Tätigkeiten dürfen nicht zum Normalzustand werden, weil sie die Qualität Ihrer Ausbildung direkt schwächen.
Alle Angaben ohne Gewähr! – Lasse dich von Gewerkschaft beraten, frag vertrauensvoll Kolleg:innen, andere Lehrlinge und sprich mit Eltern und Freunden, wenn du Fragen und Themen hast, die dich beschäftigen.!













