Die Kompensationsprüfung ist die mündliche Chance nach einer negativen schriftlichen Matura-Klausur.
Sie findet im selben Prüfungstermin statt, muss beantragt werden und kann die negative Klausur ausgleichen. Das Gesamtkalkül aus negativer Klausur und Kompensationsprüfung kann aber höchstens „Befriedigend“ sein.
Wichtig ist: Eine Kompensationsprüfung passiert nicht automatisch. Wer antreten möchte, muss nach der negativen Beurteilung der Klausur rasch mit der Schule klären, welche Frist gilt, welche Unterlagen nötig sind und wie der konkrete Prüfungstag abläuft.
Kompensationsprüfung bei der Matura: Das Wichtigste
Kurzüberblick
- Wann relevant? Wenn eine schriftliche Klausurarbeit negativ beurteilt wurde.
- Nicht automatisch: Der Antritt zur Kompensationsprüfung muss beantragt werden.
- Im selben Termin möglich: Die Kompensationsprüfung kann im selben Prüfungstermin abgelegt werden.
- Mehrere Prüfungen möglich: Bei mehreren negativen Klausuren können auch mehrere Kompensationsprüfungen möglich sein.
- Dauer: Die mündliche Kompensationsprüfung dauert maximal 25 Minuten.
- Vorbereitungszeit: Für die Vorbereitung stehen mindestens 30 Minuten zur Verfügung.
- Bewertung: Klausur und Kompensationsprüfung werden gemeinsam beurteilt; das Gesamtkalkül kann höchstens „Befriedigend“ sein.
- Alternative: Wer nicht zur Kompensationsprüfung antritt, kann die negative schriftliche Klausur bei einem späteren Klausurtermin wiederholen.
Was ist eine Kompensationsprüfung?
Die Kompensationsprüfung ist eine mündliche Prüfung nach einer negativ beurteilten schriftlichen Klausurarbeit. Sie soll zeigen, ob die Kandidatin oder der Kandidat die zentralen Kompetenzen des Prüfungsgebiets trotzdem ausreichend beherrscht.
Bei zentral erstellten schriftlichen Prüfungsgebieten werden auch die Aufgabenstellungen für die Kompensationsprüfung zentral durch das Bildungsministerium erstellt. Bei nicht standardisierten Klausurfächern werden die Aufgabenstellungen am Schulstandort erstellt.
| Frage | Antwort | Wichtig |
|---|---|---|
| Wer kann antreten? | Kandidat:innen mit negativ beurteilter schriftlicher Klausur. | Der Antritt muss beantragt werden. |
| Wann findet sie statt? | Im selben Prüfungstermin nach der schriftlichen Klausur. | Die Termine für zentrale Klausurfächer werden österreichweit festgelegt. |
| Wie lange dauert sie? | Maximal 25 Minuten. | Die Vorbereitungszeit beträgt mindestens 30 Minuten. |
| Was wird geprüft? | Kompetenzen aus demselben Prüfungsgebiet wie bei der schriftlichen Klausur. | Es ist keine völlig neue mündliche Matura in einem anderen Fach. |
| Was ist maximal möglich? | Höchstens „Befriedigend“ als Gesamtkalkül. | Die negative Klausur zählt in die Gesamtbeurteilung mit hinein. |
Für welche Fächer ist die Kompensationsprüfung wichtig?
Besonders häufig wird die Kompensationsprüfung bei standardisierten schriftlichen Prüfungsgebieten relevant, also etwa Deutsch, Englisch, Mathematik beziehungsweise Angewandte Mathematik. Sie kann aber auch bei anderen schriftlichen Klausurfächern relevant werden, wenn eine negative Beurteilung vorliegt.
Die genaue Zuständigkeit und Aufgabenstellung hängt davon ab, ob es sich um ein zentral erstelltes oder ein nicht standardisiertes Klausurfach handelt. Deshalb sollten Kandidat:innen immer direkt bei der Schule nachfragen, welche Regel im eigenen Prüfungsgebiet gilt.
Termine 2026 und 2027
Zentrale Termine für Kompensationsprüfungen
Die Termine der mündlichen Kompensationsprüfungen zu zentral erstellten Klausurfächern werden österreichweit festgelegt. Für die Planung sind vor allem Herbsttermin 2026, Wintertermin 2027, Haupttermin 2027 und Herbsttermin 2027 wichtig.
| Prüfungstermin | Zentrale schriftliche Termine | Mündliche Kompensationsprüfung | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Herbsttermin 2026 | Deutsch 17.09.2026, Englisch 18.09.2026, Mathematik/Angewandte Mathematik 22.09.2026 | 13.10.2026 | Wichtig für Wiederholungen nach negativer Klausur oder versäumtem Haupttermin. |
| Wintertermin 2027 | Deutsch 11.01.2027, Englisch 12.01.2027, Mathematik/Angewandte Mathematik 13.01.2027 | 28.01.2027 | Relevanter Termin für weitere Wiederholungen oder spätere Antritte. |
| Haupttermin 2027 | Deutsch 05.05.2027, Mathematik/Angewandte Mathematik 10.05.2027, Englisch 11.05.2027 | 01.06.2027 und 02.06.2027 | Zentrale Kompensationsprüfungstage für den Haupttermin 2027. |
| Herbsttermin 2027 | Deutsch 16.09.2027, Englisch 17.09.2027, Mathematik/Angewandte Mathematik 21.09.2027 | 12.10.2027 | Wichtiger Wiederholungstermin nach dem Haupttermin 2027. |
| Wintertermin 2028 | Deutsch 11.01.2028, Englisch 12.01.2028, Mathematik/Angewandte Mathematik 13.01.2028 | 01.02.2028 | Weiterer Termin für spätere Antritte. |
Alle schriftlichen Termine und Fächer im Überblick findest du im Beitrag Matura-Termine in Österreich.
Warum der Antrag sofort wichtig ist
Nach der negativen Beurteilung einer Klausur bleibt meist nur wenig Zeit. Die Schule informiert über Ergebnis, Frist, Antrag und weitere Schritte. Wer zur Kompensationsprüfung antreten möchte, sollte nicht abwarten, sondern sofort klären, bis wann der Antrag gestellt werden muss.
Wird kein Antrag gestellt oder tritt die Kandidatin beziehungsweise der Kandidat nicht an, bleibt die negative Beurteilung der Klausur bestehen. Die schriftliche Klausur kann dann bei einem späteren Klausurtermin wiederholt werden.
Was tun, wenn mehrere Klausuren negativ sind?
Die Anzahl möglicher mündlicher Kompensationsprüfungen ist nicht beschränkt. Wer zwei negative Klausuren hat, kann daher grundsätzlich zu zwei Kompensationsprüfungen antreten; bei drei negativen Klausuren können drei Kompensationsprüfungen möglich sein.
Praktisch ist das aber belastend. Mehrere Kompensationsprüfungen in kurzer Zeit bedeuten sehr hohe Vorbereitung, Stress und klare Priorisierung. Kandidat:innen sollten mit der Schule besprechen, welche Prüfungen realistisch vorbereitet werden können und welche Wiederholungsstrategie sinnvoll ist.
Ablauf der Kompensationsprüfung
Vor der Prüfung
Vor der Kompensationsprüfung wird der Antrag gestellt und der konkrete Termin bestätigt. Außerdem sollte geklärt werden, welches Prüfungsgebiet betroffen ist, welche Hilfsmittel erlaubt sind, wann man erscheinen muss und wie die Vorbereitungszeit organisiert ist.
| Schritt | Was tun? | Warum wichtig? |
|---|---|---|
| Ergebnis klären | Negative Klausur und Beurteilung genau verstehen. | Nur bei negativer Klausur ist die Kompensationsprüfung relevant. |
| Antrag stellen | Frist und Formular direkt an der Schule prüfen. | Ohne Antrag erfolgt kein automatischer Antritt. |
| Termin bestätigen | Datum, Uhrzeit, Raum und Ablauf festhalten. | Am Prüfungstag darf nichts unklar sein. |
| Hilfsmittel prüfen | Erlaubte Hilfsmittel mit Schule und Fachlehrkraft klären. | Nicht jedes Hilfsmittel ist automatisch erlaubt. |
| Vorbereitung planen | Stoff, Aufgabenformate und typische Schwächen analysieren. | Die kurze Zeit muss gezielt genutzt werden. |
Wenn es um erlaubte Wörterbücher, Taschenrechner oder andere Prüfungswerkzeuge geht, hilft der Überblick Welche Hilfsmittel sind bei der Matura erlaubt?.
Während der Prüfung
Die Kompensationsprüfung besteht aus einer Vorbereitungszeit und einer mündlichen Prüfung. Für die Vorbereitung stehen mindestens 30 Minuten zur Verfügung. Die mündliche Prüfung selbst dauert maximal 25 Minuten.
Inhaltlich geht es um dieselben Kompetenzen, die auch Gegenstand der schriftlichen Klausur waren, soweit diese in mündlicher Form geprüft werden können. Die Prüfung ist also keine allgemeine Befragung „über alles“, sondern an das betroffene Prüfungsgebiet gebunden.
| Teil | Dauer | Was passiert? |
|---|---|---|
| Vorbereitungszeit | Mindestens 30 Minuten | Aufgabenstellung lesen, Lösung erarbeiten, Notizen vorbereiten. |
| Mündliche Prüfung | Maximal 25 Minuten | Lösung darstellen, erklären, begründen und auf Fragen reagieren. |
| Beurteilung | Nach der Prüfung | Klausurleistung und Kompensationsprüfung fließen gemeinsam in das Gesamtkalkül ein. |
Nach der Prüfung
Nach der Kompensationsprüfung wird das Gesamtkalkül festgelegt. Dabei zählt nicht nur die mündliche Leistung. Auch die negative schriftliche Klausurarbeit wird berücksichtigt. Deshalb kann das Gesamtkalkül nicht besser als „Befriedigend“ sein.
Wenn die Kompensationsprüfung positiv ausgeht, kann das betreffende Prüfungsgebiet abgeschlossen werden. Wenn sie nicht ausreicht oder kein Antritt erfolgt, bleibt die negative Klausur relevant. Dann muss die schriftliche Prüfung bei einem späteren Termin wiederholt werden.
Was nach der Matura bei Noten, bestanden, nicht bestanden und Wiederholung wichtig ist, erklärt der Beitrag Matura-Ergebnisse und Noten.
Bewertung und Chancen realistisch einschätzen
Warum höchstens „Befriedigend“ möglich ist
Viele Kandidat:innen hoffen nach einer negativen Klausur auf eine „gute Rettung“. Die Kompensationsprüfung kann helfen, die negative Klausur auszugleichen. Sie hebt die negative schriftliche Leistung aber nicht vollständig aus der Bewertung heraus.
Da sowohl die negative Klausurarbeit als auch die Leistung in der Kompensationsprüfung für die Gesamtbeurteilung herangezogen werden, kann das Gesamtkalkül höchstens „Befriedigend“ lauten. Ein „Gut“ oder „Sehr gut“ ist in dieser Kombination nicht möglich.
| Situation | Was bedeutet das? | Wichtig |
|---|---|---|
| Klausur negativ, Kompensationsprüfung positiv | Das Prüfungsgebiet kann positiv abgeschlossen werden. | Das Gesamtkalkül kann höchstens „Befriedigend“ sein. |
| Klausur negativ, keine Kompensationsprüfung | Die negative Beurteilung der Klausur bleibt bestehen. | Die schriftliche Klausur kann bei einem späteren Termin wiederholt werden. |
| Klausur negativ, Kompensationsprüfung nicht ausreichend | Das Prüfungsgebiet bleibt negativ. | Ein späterer Wiederholungstermin wird wichtig. |
| Mehrere Klausuren negativ | Mehrere Kompensationsprüfungen können möglich sein. | Die Vorbereitung muss sehr realistisch geplant werden. |
Wann die Kompensationsprüfung sinnvoll ist
Die Kompensationsprüfung ist besonders sinnvoll, wenn die negative Klausur knapp war, die Grundkompetenzen vorhanden sind und die Kandidatin oder der Kandidat mündlich gut erklären kann. Auch wenn ein Fehler in der schriftlichen Prüfung stark ins Gewicht gefallen ist, kann die mündliche Prüfung eine gute Chance sein.
Weniger sinnvoll kann sie sein, wenn große Stofflücken bestehen, mehrere Prüfungen gleichzeitig vorbereitet werden müssen oder die Kandidatin beziehungsweise der Kandidat mündlich stark unsicher ist. Dann kann eine spätere schriftliche Wiederholung manchmal realistischer sein. Diese Entscheidung sollte immer mit der Schule und der Fachlehrkraft besprochen werden.
Für eine genaue Entscheidung nach negativer Klausur hilft auch der Beitrag Matura negativ: Was tun bis zur Kompensationsprüfung?.
Typische Fehler bei der Vorbereitung
- Zu breit lernen: Wer versucht, den gesamten Jahresstoff neu zu lernen, verliert oft Zeit. Besser ist eine gezielte Analyse der Klausurfehler.
- Nur lesen statt erklären: Eine mündliche Prüfung verlangt aktives Sprechen, Begründen und Reagieren auf Fragen.
- Keine Aufgaben üben: Frühere Aufgaben helfen, das Format und die Erwartung besser zu verstehen.
- Hilfsmittel falsch einschätzen: Erlaubte Hilfsmittel müssen vorab geklärt und geübt werden.
- Prüfungssituation nicht simulieren: Wer nie laut erklärt hat, ist am Prüfungstag oft unnötig nervös.
- Schlaf und Erholung ignorieren: Kurze Vorbereitung bedeutet nicht, jede Nacht durchzulernen.
Vorbereitung nach Fach
Mathematik und Angewandte Mathematik
In Mathematik und Angewandter Mathematik ist es wichtig, nicht nur Ergebnisse zu kennen, sondern Lösungswege erklären zu können. In der Kompensationsprüfung zählt, ob Rechenwege, Begriffe, Methoden und Zusammenhänge verständlich dargestellt werden.
Eine gute Vorbereitung beginnt mit der Analyse der negativen Klausur: Welche Aufgabentypen waren problematisch? Ging es um Rechenfehler, Verständnis, Zeitdruck, Formeln, Technologieeinsatz oder fehlende Grundkompetenzen? Danach sollten genau diese Bereiche geübt werden.
Deutsch und Unterrichtssprache
Bei Deutsch beziehungsweise Unterrichtssprache geht es häufig um Textverständnis, Argumentation, sprachliche Analyse, Interpretation und mündliche Darstellung. Die Vorbereitung sollte daher nicht nur aus Lesen bestehen, sondern aus aktivem Erklären.
Hilfreich ist, kurze Texte zu lesen, Kernaussagen zu markieren, Argumente zu ordnen und eigene Antworten laut zu formulieren. Wer bei der schriftlichen Deutsch-Matura Probleme mit Textsorten hatte, sollte die Grundlagen nochmals gezielt wiederholen. Einen Überblick bietet der Beitrag Textsorten bei der Deutsch-Matura.
Englisch und lebende Fremdsprachen
In Englisch und anderen lebenden Fremdsprachen ist mündliche Sicherheit besonders wichtig. Es reicht nicht, Vokabeln passiv zu erkennen. Kandidat:innen müssen Gedanken strukturiert ausdrücken, auf Fragen reagieren und sprachlich verständlich bleiben.
Sinnvoll ist tägliches Sprechen: kurze Zusammenfassungen, Argumente, Bildbeschreibungen, Meinungen, Vor- und Nachteile sowie typische Redemittel. Wer sich auf Englisch vorbereitet, kann ergänzend den Überblick Textsorten der Englisch-Matura nutzen.
Frühere Aufgaben nutzen
Auf matura.gv.at gibt es frühere Prüfungsaufgaben und Materialien zu Kompensationsprüfungen. Diese sind besonders hilfreich, weil sie zeigen, wie Aufgaben aufgebaut sind und welche Kompetenzen erwartet werden.
Wichtig ist aber: Frühere Aufgaben ersetzen keine Fachberatung durch die Schule. Sie helfen beim Üben, aber die konkrete Prüfung wird nach den jeweils geltenden Vorgaben durchgeführt. Eine allgemeine Sammlung wichtiger Übungsquellen findest du im Beitrag Matura-Aufgabenpool und Übungsmaterialien.
Besondere Situationen
Nachteilsausgleich und Kompensationsprüfung
Wenn bereits bei der schriftlichen Klausur ausgleichende Maßnahmen oder ein Nachteilsausgleich relevant waren, sollte sofort geklärt werden, ob und wie diese auch bei der Kompensationsprüfung berücksichtigt werden können. Das betrifft zum Beispiel Sehbeeinträchtigung, Hörbeeinträchtigung, motorische Einschränkungen, Autismus, chronische Erkrankungen oder andere nachweisbare Beeinträchtigungen.
Wichtig ist, die Frage nicht erst am Prüfungstag anzusprechen. Zuständigkeit, Nachweise, Raum, Hilfsmittel, Assistenz oder technische Unterstützung müssen rechtzeitig organisiert werden. Eine grundlegende Erklärung findest du hier: Nachteilsausgleich bei der Matura.
Berufsreifeprüfung und BHS
Die zentralen Kompensationsprüfungstermine betreffen auch AHS, BHS und Berufsreifeprüfung, wenn es um zentral erstellte Klausurfächer geht. Trotzdem können einzelne Abläufe je nach Schulform, Prüfungsstelle und Fach unterschiedlich organisiert sein.
Wer die Berufsreifeprüfung oder eine Reife- und Diplomprüfung an einer BHS ablegt, sollte daher besonders genau prüfen, welche Stelle den Antrag entgegennimmt, wie die Fristen laufen und welche Aufgabenform im konkreten Prüfungsgebiet gilt.
Wenn die Kompensationsprüfung nicht klappt
Wenn die Kompensationsprüfung nicht positiv abgeschlossen wird, ist das belastend, aber nicht das Ende des Bildungswegs. Die schriftliche Klausur kann zu einem späteren Klausurtermin wiederholt werden. Wichtig ist dann, nicht nur weiterzulernen, sondern die Ursache der negativen Beurteilung zu verstehen.
Manchmal lag es an Stofflücken, manchmal an Zeitmanagement, Nervosität, falscher Strategie, fehlender Routine oder einer ungünstigen Vorbereitung. Eine ehrliche Analyse ist wichtiger als sofort möglichst viel Stoff neu zu lernen.
Checkliste: Was jetzt zu tun ist
Nach negativer Klausur
| Schritt | Was genau tun? | Warum? |
|---|---|---|
| 1. Ergebnis verstehen | Mit Fachlehrkraft oder Schule klären, warum die Klausur negativ war. | Nur wer die Fehler kennt, kann gezielt vorbereiten. |
| 2. Antrag stellen | Frist, Formular und Abgabeort sofort prüfen. | Ohne Antrag gibt es keinen automatischen Antritt. |
| 3. Termin notieren | Datum, Uhrzeit, Raum und Vorbereitungszeit festhalten. | Stress entsteht oft durch organisatorische Unsicherheit. |
| 4. Stoff eingrenzen | Schwerpunkte und typische Aufgabenformate klären. | Die Vorbereitungszeit ist kurz. |
| 5. Mündlich üben | Lösungswege laut erklären, nicht nur Aufgaben anschauen. | Die Prüfung bewertet mündliche Darstellung und Verständnis. |
| 6. Plan B kennen | Wiederholungstermine und weitere Schritte prüfen. | Das nimmt Druck und hilft bei realistischen Entscheidungen. |
Am Prüfungstag
- Früh genug da sein: Ein verspäteter Start erhöht den Stress unnötig.
- Ausweis und Unterlagen mitnehmen: Was genau gebraucht wird, sollte vorab mit der Schule geklärt werden.
- Hilfsmittel bereithalten: Nur erlaubte und vorbereitete Hilfsmittel verwenden.
- Vorbereitungszeit aktiv nutzen: Nicht alles perfekt ausformulieren, sondern Struktur, Lösungsweg und zentrale Aussagen sichern.
- Laut und nachvollziehbar erklären: Prüfer:innen müssen erkennen können, wie du denkst.
- Bei Fehlern ruhig bleiben: Korrigieren, begründen und weiterarbeiten ist besser als aufgeben.
Fazit: Die Kompensationsprüfung ist eine echte Chance, aber kein Automatismus
Die Kompensationsprüfung kann nach einer negativen schriftlichen Matura-Klausur entscheidend sein. Sie ermöglicht einen positiven Abschluss im selben Prüfungstermin, wenn der Antrag rechtzeitig gestellt wird und die mündliche Leistung ausreicht.
Gleichzeitig sollte sie realistisch eingeschätzt werden. Die negative Klausur zählt weiter mit, das Gesamtkalkül kann höchstens „Befriedigend“ sein und die Vorbereitung muss in kurzer Zeit gezielt erfolgen. Wer sofort nach der negativen Beurteilung handelt, die Fehler analysiert und mündlich übt, nutzt diese Chance am besten.
Häufige Fragen und Quellen
FAQ: Kompensationsprüfung bei der Matura
Was ist eine Kompensationsprüfung bei der Matura?
Die Kompensationsprüfung ist eine mündliche Prüfung nach einer negativ beurteilten schriftlichen Klausurarbeit. Sie bietet die Möglichkeit, das negative Ergebnis im selben Prüfungstermin auszugleichen.
Passiert die Kompensationsprüfung automatisch?
Nein. Der Antritt zur Kompensationsprüfung muss beantragt werden. Wer keinen Antrag stellt oder nicht antritt, behält die negative Beurteilung der schriftlichen Klausur.
Wie lange dauert die Kompensationsprüfung?
Die mündliche Kompensationsprüfung dauert maximal 25 Minuten. Für die Vorbereitung stehen mindestens 30 Minuten zur Verfügung.
Wann ist die Kompensationsprüfung im Herbsttermin 2026?
Die mündliche Kompensationsprüfung im Herbsttermin 2026 findet für AHS, BHS und Berufsreifeprüfung am 13. Oktober 2026 statt.
Wann ist die Kompensationsprüfung im Wintertermin 2027?
Die mündliche Kompensationsprüfung im Wintertermin 2027 findet am 28. Jänner 2027 statt.
Wann ist die Kompensationsprüfung im Haupttermin 2027?
Im Haupttermin 2027 sind die zentralen mündlichen Kompensationsprüfungen für 1. Juni und 2. Juni 2027 angesetzt.
Welche Note kann man mit der Kompensationsprüfung maximal erreichen?
Das Gesamtkalkül aus negativer Klausurarbeit und Kompensationsprüfung kann höchstens „Befriedigend“ sein. Ein „Gut“ oder „Sehr gut“ ist in dieser Kombination nicht möglich.
Kann man mehrere Kompensationsprüfungen machen?
Ja. Die Anzahl möglicher mündlicher Kompensationsprüfungen ist nicht beschränkt. Bei mehreren negativen Klausuren können daher mehrere Kompensationsprüfungen möglich sein.
Was passiert, wenn ich nicht zur Kompensationsprüfung antrete?
Dann bleibt die negative Beurteilung der jeweiligen Klausur bestehen. Die schriftliche Klausur kann zu einem späteren Klausurtermin wiederholt werden.
Wie bereitet man sich am besten vor?
Am wichtigsten sind Fehleranalyse, gezielte Wiederholung, frühere Aufgaben, lautes Erklären und Üben unter mündlichen Prüfungsbedingungen. Nicht der gesamte Stoff sollte wahllos neu gelernt werden.
Quellen
- matura.gv.at: Offizielle Prüfungstermine – zentrale Termine für Herbsttermin 2026, Wintertermin 2027, Haupttermin 2027, Herbsttermin 2027 und Wintertermin 2028.
- Bundesministerium für Bildung: Klausurprüfungen inklusive Kompensationsprüfungen – Informationen zu Dauer, Vorbereitungszeit, Antrag, Bewertung und Anzahl möglicher Kompensationsprüfungen.
- oesterreich.gv.at: Reifeprüfung und Reife- und Diplomprüfung – Bürgerinformation zu schriftlicher Prüfung, Kompensationsprüfung, Beurteilung und mündlicher Prüfung.
- Rechtsinformationssystem des Bundes – rechtliche Grundlagen zu Schulunterricht, Prüfungsordnungen und abschließenden Prüfungen.
- BMBWF-Rundschreiben Nr. 14/2023 – Informationen zur gesamthaften Beurteilung von Prüfungsgebieten bei abschließenden Prüfungen.













