Wie viel Geld bekommt man bei Erasmus+ Praktikum? – Grundzuschuss – Zielland

enn Sie an einer österreichischen Hochschule studieren oder kurz vor dem Abschluss stehen, bekommen Sie für ein Erasmus+ Praktikum aktuell meist 620 oder 670 Euro pro Monat.

Wie viel genau es wird, hängt vor allem vom Zielland, von der Dauer und von möglichen Zusatzförderungen ab. Dazu kommt in vielen Fällen noch eine Reisekostenpauschale. Wichtig ist auch: Erasmus+ ist ein Zuschuss, also keine vollständige Finanzierung aller Lebenshaltungskosten.

Zielland-GruppeMonatlicher GrundzuschussPraktikums-Top-upTypischer Gesamtbetrag
Höhere Lebenshaltungskosten520 Euro150 Euro670 Euro pro Monat
Mittlere oder niedrigere Lebenshaltungskosten470 Euro150 Euro620 Euro pro Monat
Bestimmte Partnerländer weltweit700 Eurokein Praktikums-Top-up700 Euro pro Monat

So setzt sich die Erasmus+ Förderung beim Praktikum zusammen

Der monatliche Zuschuss ist der wichtigste Teil

Für ein klassisches Langzeit-Praktikum im Erasmus+ Programm wird zuerst der monatliche Grundzuschuss festgelegt. Dieser richtet sich nach der Ländergruppe. Länder mit höheren Lebenshaltungskosten werden höher gefördert als günstigere Ziele. Auf diesen Grundbetrag kommt beim Praktikum in den üblichen Erasmus-Zielländern noch ein fixer Zuschlag für das Praktikum selbst dazu.

Wenn Sie in ein teureres Zielland gehen

Für Länder mit höheren Lebenshaltungskosten liegt der Grundzuschuss aktuell bei 520 Euro pro Monat. Weil es sich um ein Praktikum handelt, kommen noch 150 Euro pro Monat dazu. Damit landen Sie bei 670 Euro pro Monat. In diese Gruppe fallen zum Beispiel viele bekannte Erasmus-Ziele wie Deutschland, Frankreich, Italien, die Niederlande, Irland, Schweden oder Dänemark.

Wenn Sie in ein günstigeres oder mittleres Zielland gehen

Für Länder mit mittleren oder niedrigeren Lebenshaltungskosten liegt der Grundzuschuss aktuell bei 470 Euro pro Monat. Auch hier kommt beim Praktikum das Top-up von 150 Euro dazu. Damit ergibt sich meist ein Gesamtbetrag von 620 Euro pro Monat. Dazu zählen zum Beispiel Spanien, Portugal, Griechenland, Slowenien, Tschechien, Polen, Ungarn oder Kroatien.

Wenn Sie in ein Partnerland außerhalb der klassischen Programmländer gehen

Für bestimmte nicht mit dem Programm assoziierte Drittländer weltweit kann der Zuschuss bei 700 Euro pro Monat liegen. Hier sollten Sie aber genau hinschauen: Für diese Mobilitäten gibt es nicht automatisch das Praktikums-Top-up von 150 Euro. In solchen Fällen ist der Monatsbetrag daher oft klarer, aber nicht automatisch höher als bei einem Praktikum in einem teuren Erasmus-Land in Europa.

Zusätzlich kommt oft noch Geld für die Reise dazu

Seit dem aktuellen österreichischen Erasmus+ Modell erhalten Studierende und kürzlich Graduierte in der Regel zusätzlich eine Reisekostenunterstützung. Diese wird nicht monatlich, sondern einmalig berechnet. Die Höhe hängt von der Distanz zwischen Ihrer Hochschule und dem Praktikumsort ab. Wer umweltfreundlich reist, bekommt meist mehr als bei nicht umweltfreundlicher Reise.

EntfernungUmweltfreundliche ReiseNicht umweltfreundliche Reise
10 bis 99 km56 Euro28 Euro
100 bis 499 km285 Euro211 Euro
500 bis 1999 km417 Euro309 Euro
2000 bis 2999 km535 Euro395 Euro
3000 bis 3999 km785 Euro580 Euro

Bei größeren Distanzen kann die Reisekostenpauschale noch höher ausfallen. Außerdem können zusätzliche Reisetage mitgefördert werden. Gerade bei Bahn- oder Busreisen ist das für viele interessant, weil die Förderung dann etwas besser zur tatsächlichen Reise passt.

Wer kann zusätzlich noch mehr Geld bekommen?

Neben dem normalen Monatszuschuss gibt es im Erasmus+ Praktikum auch Situationen, in denen ein weiterer Zuschlag möglich ist. Das ist vor allem für Studierende gedacht, die durch ihre persönliche Situation höhere Kosten haben oder mehr Unterstützung brauchen.

Top-up für geringere Chancen

Wenn Sie mit Behinderung, chronischer Krankheit oder mit betreuungspflichtigen Kindern, die Sie an den Praktikumsort mitnehmen, mobil sind, kann zusätzlich ein Top-up von 250 Euro pro Monat dazukommen. Dieses Geld wird zum normalen Erasmus-Zuschuss dazugerechnet. Es ist eine wichtige Ergänzung, weil ein Auslandspraktikum in solchen Situationen oft teurer oder organisatorisch schwieriger ist.

Inklusionsunterstützung auf Echtkostenbasis

Wenn die pauschalen Zuschläge nicht ausreichen, kann in bestimmten Fällen auch eine zusätzliche Unterstützung auf Basis der tatsächlichen Mehrkosten beantragt werden. Das betrifft zum Beispiel besondere Bedarfe, die vor Ort zu höheren Ausgaben führen. Diese Förderung ist aber kein Automatismus, sondern muss beantragt und geprüft werden.

Wie lange muss ein Erasmus+ Praktikum dauern?

Das klassische Erasmus+ Praktikum als Langzeitmobilität dauert in der Regel mindestens zwei Monate und höchstens zwölf Monate. Diese Zeit zählt auf Ihr Mobilitätskontingent pro Studienzyklus. Das bedeutet: Pro Bachelor, Master oder PhD können Sie insgesamt bis zu zwölf Monate Erasmus+ Mobilität nutzen.

Praktikum nach dem Abschluss

Auch ein Graduiertenpraktikum ist möglich. Das ist für viele besonders spannend, weil der Berufseinstieg oft direkt nach dem Studium beginnt. Wichtig ist aber ein Detail, das oft übersehen wird: Sie müssen das Praktikum noch vor dem Studienabschluss beantragen oder nominieren lassen. Danach kann es in der Regel innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschluss durchgeführt werden.

Wer zahlt das Geld aus und wie bewerbe ich mich?

Viele glauben, man beantragt Erasmus+ direkt bei der EU. In der Praxis läuft es in Österreich meistens anders. Die Förderung wird in der Regel über Ihre Hochschule organisiert. Das heißt: Ihr erster Weg führt fast immer zum International Office oder zur zuständigen Erasmus-Stelle Ihrer Hochschule.

Darauf sollten Sie achten

  • Früh informieren: Viele Hochschulen haben interne Fristen, die deutlich vor dem Praktikumsstart liegen. Wer zu spät schaut, verpasst manchmal das wichtigste Zeitfenster.
  • Nicht nur auf die Monatssumme schauen: Entscheidend ist, wie teuer das Leben im Zielland ist. 620 Euro in einem günstigeren Land können im Alltag oft weiter reichen als 670 Euro in einer sehr teuren Stadt.
  • Reisekosten und Extras mitdenken: Häufig besteht die Förderung nicht nur aus dem Monatszuschuss. Gerade Distanzpauschalen und mögliche Zusatzförderungen machen in Summe einen echten Unterschied.
  • Finanzierung realistisch planen: Erasmus+ hilft spürbar, deckt aber meistens nicht alle Kosten. Unterkunft, Verpflegung, Versicherung und Alltagsausgaben sollten Sie deshalb immer zusätzlich kalkulieren.

Gibt es auch kurze Erasmus+ Praktika?

Ja, auch kürzere physische Mobilitäten sind möglich. Für kurze Aufenthalte von 5 bis 14 Tagen liegt der Zuschuss aktuell bei 79 Euro pro Tag, von 15 bis 30 Tagen bei 56 Euro pro Tag. Auch hier kommen Reisekosten und in manchen Fällen weitere Zuschläge hinzu. Diese Variante ist aber nicht das klassische Langzeit-Praktikum, das die meisten meinen, wenn sie nach Erasmus+ Praktikum fragen.

Fazit

Wenn Sie in Österreich ein Erasmus+ Praktikum machen, bekommen Sie aktuell meist 620 oder 670 Euro pro Monat. In bestimmten weltweiten Partnerländern können es auch 700 Euro pro Monat sein. Zusätzlich gibt es oft eine Reisekostenpauschale und unter bestimmten Voraussetzungen weitere Zuschläge. Am wichtigsten ist deshalb nicht nur die Frage, wie viel Geld Sie bekommen, sondern auch wohin Sie gehen, wie lange Ihr Praktikum dauert und welche Zusatzförderungen auf Sie zutreffen.

FAQ

Ist die Erasmus+ Förderung beim Praktikum fix oder kann sie sich unterscheiden?

Die Grundsätze sind in Österreich aktuell klar festgelegt, aber der tatsächliche Gesamtbetrag hängt vom Zielland, von der Aufenthaltsdauer, von der Reisekostenpauschale und von möglichen Zusatzförderungen ab. Deshalb haben nicht alle Studierenden am Ende exakt dieselbe Gesamtsumme.

Bekomme ich bei Erasmus+ Praktikum das Geld monatlich oder auf einmal?

Das hängt von der Abwicklung Ihrer Hochschule ab. Üblich ist, dass der Zuschuss nicht einfach in bar vor Ort ausbezahlt wird, sondern im Rahmen der Erasmus-Abwicklung über Ihre Hochschule läuft. Wie die Auszahlung genau gestaffelt wird, erklärt Ihnen das International Office Ihrer Einrichtung.

Kann ich Erasmus+ auch nach dem Studienabschluss für ein Praktikum nutzen?

Ja, das geht als Graduiertenpraktikum. Entscheidend ist aber, dass die Auswahl oder Beantragung noch vor dem offiziellen Studienabschluss erfolgt. Danach kann das Praktikum in der Regel innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschluss durchgeführt werden.

Reicht Erasmus+ aus, um alle Kosten im Ausland zu decken?

Meistens nicht vollständig. Erasmus+ ist ein wichtiger Zuschuss und kann die finanzielle Belastung deutlich senken, ist aber normalerweise kein Vollstipendium. Gerade in teuren Städten sollten Sie Unterkunft, Alltag und Versicherung zusätzlich realistisch einplanen.

Alle Angaben ohne Gewähr – bei Rückfragen direkt bei Erasmus+ Programmen und Beratung vor Ort nachfragen!

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