Für Aus- und Weiterbildung und Beruf haben sich lebenslanges oder lebensbegleitendes Lernen zu einem erfolgreichen Konzept entwickelt. Eine der acht Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen, die der Europäische Rat den Mitgliedsstaaten 2018 empfohlen hat, ist dabei die digitale Kompetenz. Die Anforderungen der Digitalisierung und der digitalen Gesellschaft steigen rasant an. Diese Entwicklung ist nicht zu vernachlässigen, denn gerade die Digitalisierung, hier vor allem die KI, verändern grundlegend sowohl die berufliche Ausbildung als auch die spätere Berufslaufbahn viel schneller als erwartet. Digitale Tools helfen in der Ausbildung weiter, indem sie beim Lernen oder auch bei der Prüfungsvorbereitung unterstützen. Der Einsatz KI-gestützter digitaler Lehr- und Lernmethoden, z. B. digitaler Unterricht, interaktive Übungen, Online-Schulungen, papierlose Schulungsunterlagen, spielt in Zukunft eine zentrale Rolle in der Ausbildung. Auch im späteren Berufsleben ist die digitale Transformation nicht mehr wegzudenken.
Digitalisierung steigert die Arbeitsproduktivität durch effizientere Kommunikation, Zusammenarbeit und Automatisierung von Routineaufgaben. Was Vorteile für flexible Arbeitsmodelle wie Homeoffice, Jobsharing, Gleit- oder Teilzeit bietet. Immer mehr Aufgaben und Prozesse laufen digital ab. Die Folge ist das viele Berufe mittlerweile den Umgang mit digitalen Technologien erfordern. Bedauerlicherweise besteht noch eine große Kluft zwischen der Qualifikation der Beschäftigten und den Kompetenzen, die z. B. für den Umgang mit künstlicher Intelligenz erforderlich sind. Diese Lücke muss unbedingt geschlossen werden, denn die ganzheitliche Vernetzung von Prozessen, Daten und Mensch schreitet schnell und unaufhaltsam voran.
Welche Inhalte umfasst die digitale Kompetenz?
Kerninhalte der digitalen Kompetenzen sind die Digital Skills, das ist die Gesamtheit der Fähigkeiten und Kenntnisse, die für den sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Technologien erforderlich sind. Das umfasst verschiedene Teilgebiete der Informatik wie künstliche Intelligenz (KI), Big Data & Analytics, Internet, Cyber-Sicherheit, aber auch digitale Kommunikation (E-Mail, Videokonferenzen) und Einsatz intelligenter Geräte (Computer, Smartphones). Digitale Kompetenz erfordert aber weit mehr als nur IT-Kompetenz, das heißt Beherrschung von Hard- und Software oder Betriebssystemen.
Erforderlich sind auch Medienkompetenz, dazu zählt Medienkritik, -kunde, -nutzung und Mediengestaltung. Des Weiteren Informationskompetenz, das erfordert den kritischen und kompetenten Umgang mit Informationen (beinhaltet auch Datenschutz). Und ebenfalls die aktive Teilnahme in sozialen Netzwerken und im Bildungssektor.
Welche Anforderungen werden an die digitale Kompetenz gestellt?
- Suchen und Finden von Informationen und Daten: Gemeint ist die Fähigkeit, Informationen und Daten zu suchen, zu bewerten und zu nutzen. Um genaue und zuverlässige Informationen zu finden, sind geeignete Suchtechniken hilfreich. Besonders KI-Systeme können inzwischen kontextuellere und relevantere Antworten bieten als herkömmliche Suchmaschinen.
- Digitale Interaktion und Zusammenarbeit: Die Fähigkeit, digitale Medien in Arbeits- und Lernprozessen wirksam zu nutzen. Moderne Kommunikationsmedien wie Tablets oder Smartphones spielen hierbei eine entscheidende Rolle.
- Digitale Gestaltungskompetenz: Die Fähigkeit, hochwertige digitale Inhalte zu erstellen und zu gestalten. Umfasst nicht nur die kreative Produktion digitaler Inhalte, sondern auch die kritische (selbstbezogen, medienbezogen und gesellschaftsbezogen) Reflexion derselben.
- Problemlösekompetenz: Die Fähigkeit, selbstständig Probleme zu identifizieren, die Ursachen systematisch zu analysieren sowie Lösungen zu generieren und zu testen.
- Schutz personenbezogener Daten und der Privatsphäre: Diese Anforderung ist ein lebenswichtiger Teil der digitalen Kompetenz und erfordert Kenntnis und Verstehen von Datenschutzrechten (DSGVO), Erkennen und Beheben von Risiken beim Datenaustausch und nicht zu vergessen, der Schutz digitaler Identitäten (= digitaler Identitätsnachweis)gegen Cyberangriffe. Letztere gewinnen im Kontext der Digitalisierung zunehmend an Bedeutung, weshalb automatisierte Berechtigungs- und Passworttools unerlässlich sind. Der Einsatz datenschutzkonformer Tools ist insbesondere im schulischen Kontext essenziell, um die Daten Minderjähriger zu schützen.
Verankerung der digitalen Kompetenz in der Ausbildung und Berufsausübung
In der digitalen Gesellschaft haben vornehmlich pädagogische Einrichtungen wie Schulen und Universitäten die Verantwortung, digitale Kompetenzen an jeden Schüler und Studenten zu vermitteln. Um angemessene digitale Kompetenzen zu sichern, sollten entsprechende Fähigkeiten und Kenntnisse bereits in den weiterführenden Schulen nahegebracht werden. Ziel muss sein: Kein Kind soll ohne digitale Kompetenzen die Schule verlassen.
Auch in der sich ständig verändernden Arbeitswelt gewinnt digitale Kompetenz ständig an Bedeutung. Im Zuge der sich ausbreitenden Digitalisierung werden zunehmend auch immer mehr Unternehmen digitale Kompetenzen hinterfragen, und die Anforderungen an diese Kompetenzen werden steigen. Wer über die folgenden digitalen Skills (Fähigkeiten) verfügt, kann in der digitalen Welt wesentlich produktiver arbeiten und so nicht nur den Arbeitsplatz sichern, sondern nebenbei auch seine Job- und Karrierechancen verbessern.
Der Arbeitnehmer von heute sollte Computer und Software bedienen können.
Ein aktuelles Betriebssystem für anspruchsvolle Aufgaben ist dabei Windows 11 Pro. Microsofts Windows-Betriebssysteme sind insbesondere bei Nutzern von Desktop-Computern und Laptops äußerst beliebt. Im Ranking liegen sie mit über 70 % vorn.
Arbeitnehmer von heute sollten digitale Medien und Daten sicher verwenden können.
Dazu zählt die Internetnutzung und Verwendung von Kommunikationstools (E-Mails, Videokonferenzen). Ausserdem die Erstellung, Bearbeitung und Analyse digitaler Inhalte (Texte, Tabellen, Präsentationen).
Wie kann man als Schule und Universität den Einsatz legaler Lizenzen von Software gewährleisten?
Ein rechtskonformer Softwareeinsatz in Schule und Universität erfordert Planung, rechtliche Prüfung und Umsetzung. Schulische Software umfasst elektronische Lernmittel, digitale Lerninhalte, Bildungsprogramme sowie schulische Kommunikationssoftware. Auch für Studenten gibt es immer mehr KI-gestützte Tools, die das Studium erleichtern. Viele Hochschulen haben Lizenzen von Anbietern diverser Software, die ein immatrikulierter Student kostenlos und legal nutzen kann. Schulen und Universitäten sind bei der Auswahl und dem Betrieb von Schulungssoftware üblicherweise eigenverantwortlich. Wichtig ist dabei, dass die Software den rechtlichen Rahmenbedingungen entspricht. Aus diesem Grund ist zu empfehlen, frühestmöglich die/den schulischen Datenschutzbeauftragte/n und die/den zuständigen IT-Sicherheitsbeauftragte/n zu informieren, sodass diese/r den Anschaffungprozess unterstützen können.
Wenn Lernplattformen- oder Kommunikationsanwendungen zum Einsatz kommen, sollten alle relevaten Schulgremien (Lehrkräfte, Eltern) und beteiligte Personen (Studenten, Schüler) und der zuständige Personalrat mit einbezogen werden. Das ist dem Umstand geschuldet das sofern auf dem schuleigenen Server personenbezogene Daten verarbeitet werden, ist gemäß DSGVO stets die Einwilligung der Eltern bzw. Studenten, Schülerinnen und Schüler und der Beschäftigten einzuholen ist.
Werden die personenbezogenen Daten außerhalb des eigenen Schulserver verarbeitet, ist zudem mit dem Softwareanbieter eine Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung abzuschließen. Das gleiche gilt bei Verarbeitung auf dem eigenen Schulserver, wenn dieser durch eine Fremdfirma gewartet wird.
- Um die beabsichtigten Bildungziele zu erreichen ist zunächst ein pädagogisches Konzept zu erarbeiten. Auf Basis des pädagogischen Konzepts ist eine geeignete Softwarelösung anzuschaffen, die sowohl dem Bildungsplan als auch dem Lehrkonzept folgt. Entscheidendes Kriterium für die Softwareauswahl sind dabei die Funktionen zur Bewältigung der Lernaufgaben und Ziele. Dem Thema Datenschutz ist dabei besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Zur Beurteilung können die im Internet verfügbaren Datenschutz-Checklisten verwendet werden. Besonders bei der Nutzung von (Cloud-) Software, welche personenbezogene Daten in Drittländer überträgt, ist Vorsicht angesagt. Weiterführende Informationen zur Digitalisierung und zum Datenschutz in Schulen findet man auf der Webseite Dr. Datenschutz.
- Nächster Schritt bei der Anschaffung von schulischer Software ist die Beantragung der Lizenzen. Diese können beim Hersteller beantragt werden und über den eigenen Schuletat finanziert werden. Wird der Etat überschritten ist eine Vorlage beim zuständigen Schulamt notwendig. Dieses prüft den Antrag und gibt gegebenenfalls die finanziellen Mittel frei.
- Nach der Bereitstellung der Lizenzen kann die Software eingeführt werden. Dazu zählt die Unterzeichnung einer Nutzungsordnung,die Einrichtung der Nutzerkonten sowie die Schulung der Lehrkräfte und Einführung der SchülerInnen.
- Um eventuell auftretende Sicherheitslücken und Programmfehler nach Möglichkeit zu vermeiden, ist regelmäßige Wartung unerläßlich. Dazu sind sofern erforderlich Softwareupdates manuell einzuspielen und die Benutzerkonten bei Bedarf anzupassen.
Fazit
Die heutige Schul- und Arbeitswelt verlangt nach digitalen Kompetenzen. Digitale Kompetenz ist eine notwendige Voraussetzung für die Teilhabe an einer modernen Informationsgesellschaft. So erlaubt etwa der Einsatz digitaler Tools in der Ausbildung und Arbeitswelt, den aktuellen Herausforderungen der digitalen Gesellschaft zu begegnen um Ausbildung und Beruf zukunftssicher zu gestalten.

















