Ein Studium lohnt sich in Österreich oft, aber nicht jedes Studium führt automatisch zu hohem Gehalt. Besonders gute Einkommens- und Zukunftschancen zeigen sich aktuell in Gesundheit, Technik, Informatik, Ingenieurwesen und an der Schnittstelle von Wirtschaft und Technologie.
Wichtig ist dabei eine nüchterne Einordnung: Das „beste Studium“ gibt es nicht für alle. Entscheidend sind Interessen, Fähigkeiten, Arbeitsmarkt, Studienort, Aufnahmeverfahren, Studiendauer, Kosten und die Frage, ob man später wirklich in diesem Bereich arbeiten möchte.
Welche Studienrichtungen aktuell besonders stark sind
Die wichtigsten Daten zur Einordnung
Aktuelle Daten aus dem Absolvent:innen-Tracking von Statistik Austria zeigen deutliche Unterschiede nach Abschlussart und Fachrichtung. Drei Jahre nach Studienabschluss verdienen Hochschulabsolvent:innen in Vollzeit je nach Abschluss und Studienfeld unterschiedlich viel.
| Bereich | Bruttomonatseinkommen 36 Monate nach Abschluss | Einordnung |
|---|---|---|
| Bachelorabschluss | 3.535 Euro | Guter Einstieg, aber je nach Fach oft deutlich unter Master, Diplom oder Doktorat. |
| Masterabschluss | 4.213 Euro | In vielen Fachbereichen wichtig für bessere Positionen und höhere Einstiegsgehälter. |
| Diplomstudium | 4.203 Euro | Ähnlich wie Master, besonders relevant bei klassischen Diplomstudien. |
| Doktorat oder PhD | 5.064 Euro | Höheres Einkommen möglich, aber nicht in jedem Berufsfeld notwendig. |
Nach Fachrichtung liegen die höchsten Einkommen drei Jahre nach Abschluss in den Bereichen Gesundheit und Sozialwesen, Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe sowie Informatik und Kommunikationstechnologie. Diese Werte sind keine Garantie für jede einzelne Person, zeigen aber klar, welche Ausbildungsfelder am Arbeitsmarkt besonders stark abschneiden.
| Ausbildungsfeld | Bruttomonatseinkommen 36 Monate nach Abschluss | Typische Studienrichtungen |
|---|---|---|
| Gesundheit und Sozialwesen | 4.723 Euro | Humanmedizin, Zahnmedizin, Gesundheitswissenschaften, gehobene Gesundheitsberufe, Public Health. |
| Ingenieurwesen, Produktion und Bau | 4.568 Euro | Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen, Verfahrenstechnik, Mechatronik, Energietechnik. |
| Informatik und Kommunikationstechnologie | 4.550 Euro | Informatik, Software Engineering, Data Science, IT-Security, Wirtschaftsinformatik, Künstliche Intelligenz. |
1. Medizin und Gesundheitsstudien
Medizin gehört weiterhin zu den Studienrichtungen mit besonders hohen langfristigen Einkommensmöglichkeiten. Dazu zählen vor allem Humanmedizin und Zahnmedizin, aber auch spezialisierte Gesundheitsbereiche können gute Perspektiven bieten. Die hohe Nachfrage hängt mit dem demografischen Wandel, dem Bedarf an medizinischer Versorgung und dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen zusammen.
Der Weg ist aber anspruchsvoll. Aufnahmeverfahren, lange Studiendauer, hohe Belastung, Praxisphasen, Spezialisierung und später oft unregelmäßige Arbeitszeiten müssen mitgedacht werden. Wer nur wegen des Gehalts Medizin studieren möchte, wird im Studium und Berufsalltag schnell merken, dass Motivation, Belastbarkeit und echtes Interesse entscheidend sind.
| Geeignet für | Stärken | Worauf achten? |
|---|---|---|
| Menschen mit starkem Interesse an Medizin, Biologie und direktem Patient:innenkontakt | Sehr gute Berufsperspektiven, hohe gesellschaftliche Relevanz, gute Einkommenschancen. | Aufnahmeverfahren, lange Ausbildung, hohe Verantwortung und Belastung. |
2. Informatik, Software Engineering und Data Science
Informatik bleibt eine der stärksten Studienrichtungen für Zukunft und Gehalt. Besonders gefragt sind Softwareentwicklung, Data Science, IT-Security, Cloud-Technologien, Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Systemarchitektur. Viele Unternehmen brauchen Menschen, die nicht nur programmieren, sondern komplexe digitale Systeme verstehen und weiterentwickeln können.
Ein Informatikstudium ist aber kein Selbstläufer. Mathematik, logisches Denken, Ausdauer, laufende Weiterbildung und praktische Projekte sind wichtig. Wer früh programmiert, Praktika macht, eigene Projekte baut oder Open-Source-Erfahrung sammelt, verbessert seine Chancen deutlich.
Wer noch zwischen Universität und Fachhochschule schwankt, sollte den Unterschied nicht unterschätzen: Eine Universität ist oft theoretischer und forschungsnäher, eine Fachhochschule meist stärker strukturiert und praxisnäher. Eine Entscheidungshilfe dazu findest du im Beitrag Uni oder FH nach der Matura.
| Studienrichtung | Warum zukunftsstark? | Wichtige Zusatzkompetenzen |
|---|---|---|
| Informatik | Breite Grundlage für Software, Systeme, Daten, KI und Forschung. | Programmieren, Algorithmen, Datenbanken, Cloud, Englisch. |
| Software Engineering | Direkter Bezug zu Entwicklung, Architektur und digitalen Produkten. | Teamarbeit, Testing, DevOps, Projektmanagement. |
| Data Science | Datenanalyse wird in fast allen Branchen wichtiger. | Statistik, Python, Machine Learning, Datenschutz, Fachdomänenwissen. |
| IT-Security | Cyberangriffe, Datenschutz und digitale Infrastruktur machen Sicherheit zentral. | Netzwerke, Kryptografie, Risikoanalyse, rechtliche Grundlagen. |
| Wirtschaftsinformatik | Verbindet IT, Prozesse, Daten und betriebswirtschaftliche Entscheidungen. | Prozessverständnis, Datenanalyse, ERP-Systeme, Kommunikation. |
3. Ingenieurwesen und Technik
Technische Studienrichtungen gehören zu den stabilsten Wegen in gut bezahlte Berufsfelder. Besonders stark sind Elektrotechnik, Maschinenbau, Mechatronik, Bauingenieurwesen, Verfahrenstechnik, Energietechnik, Automatisierung und Wirtschaftsingenieurwesen.
Der Bedarf entsteht nicht nur in klassischen Industriebetrieben. Auch Energieversorgung, Mobilität, Bauwirtschaft, Umwelttechnik, Digitalisierung, Produktion, Medizintechnik und Infrastruktur brauchen technische Fachkräfte. Wer Technik mit Software, Datenanalyse oder wirtschaftlichem Verständnis verbindet, hat oft besonders gute Chancen.
| Studienrichtung | Starke Berufsfelder | Besonders sinnvoll, wenn |
|---|---|---|
| Elektrotechnik | Energie, Industrie, Automatisierung, Mobilität, Gebäudetechnik. | du Mathematik, Physik und technische Systeme magst. |
| Mechatronik | Robotik, Maschinenbau, Steuerungstechnik, Produktion. | du Mechanik, Elektronik und Software verbinden willst. |
| Maschinenbau | Industrie, Entwicklung, Konstruktion, Produktion, Anlagenbau. | du technische Produkte verstehen und verbessern willst. |
| Bauingenieurwesen | Infrastruktur, Bauplanung, Projektleitung, Verkehr, Wasserbau. | du Technik, Planung und Verantwortung auf Baustellen oder in Büros verbinden möchtest. |
| Energietechnik | Erneuerbare Energie, Stromnetze, Speicher, Industrie, Klimaschutz. | du technische Lösungen für Energie- und Klimafragen spannend findest. |
4. Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen
Studien an der Schnittstelle von Wirtschaft und Technik sind oft besonders wertvoll, weil viele Unternehmen Menschen suchen, die zwischen Fachabteilung, Management und Technik übersetzen können. Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen sind hier besonders starke Optionen.
Diese Studienrichtungen passen zu Personen, die nicht rein technisch oder rein betriebswirtschaftlich arbeiten möchten. Sie sind interessant für Projektmanagement, Prozessoptimierung, Digitalisierung, Controlling, Produktmanagement, technische Beratung, ERP-Systeme und datenbasierte Unternehmenssteuerung.
Wichtig ist aber: Der Wert entsteht durch die Verbindung. Wer nur oberflächlich ein bisschen BWL und ein bisschen Technik mitnimmt, wird weniger profitieren als jemand, der sich wirklich in Systeme, Prozesse, Zahlen und digitale Werkzeuge einarbeitet.
5. Betriebswirtschaft, Finance, Controlling und quantitative Wirtschaft
Betriebswirtschaft ist sehr breit. Das kann ein Vorteil sein, aber auch ein Risiko. Wer BWL ohne klares Profil studiert, konkurriert später mit vielen Absolvent:innen. Besonders gute Chancen entstehen dort, wo BWL mit Zahlen, Daten, Technologie, Recht, Nachhaltigkeit oder Branchenwissen verbunden wird.
Stärker als allgemeines Management sind oft Schwerpunkte wie Finance, Controlling, Accounting, Business Analytics, Supply Chain Management, Wirtschaftsinformatik, Steuerberatung, Risikomanagement oder quantitative Methoden. Gute Praktika und frühe Berufserfahrung sind in diesem Bereich besonders wichtig.
| BWL-Schwerpunkt | Chancen | Risiko |
|---|---|---|
| Finance und Controlling | Gute Chancen in Unternehmen, Beratung, Banken, Industrie und öffentlichem Bereich. | Zahlenverständnis und Genauigkeit sind Pflicht. |
| Business Analytics | Starke Verbindung von Wirtschaft, Daten und Entscheidungen. | Ohne Statistik- und IT-Kompetenz bleibt das Profil zu schwach. |
| Marketing | Interessant bei Daten, Performance, CRM, Marke und digitalem Vertrieb. | Reines Kreativ-Marketing ist oft stärker umkämpft. |
| Personalmanagement | Wichtig für Recruiting, Arbeitsrecht, Organisationsentwicklung und Führung. | Gehalt kann je nach Branche und Position stark schwanken. |
6. Recht, Steuern und Compliance
Rechtswissenschaften können zu sehr guten Berufsperspektiven führen, besonders in Wirtschaftsrecht, Steuerrecht, Unternehmensberatung, öffentlichem Dienst, Compliance, Datenschutz, Finanzmarkt, Arbeitsrecht oder internationalen Kanzleien. Der Weg ist aber lang und stark leistungsabhängig.
Ein Jusstudium verlangt Ausdauer, präzises Denken, hohe Lesebereitschaft und sehr gute Sprache. Gute Gehälter entstehen oft erst nach Spezialisierung, Berufspraxis, Gerichtspraxis, Konzipient:innenzeit oder zusätzlicher wirtschaftlicher Expertise.
7. Lehramt und Bildungsbereiche
Lehramt ist nicht das klassische Top-Gehalt-Studium, kann aber eine sehr stabile und gesellschaftlich wichtige Studienwahl sein. In bestimmten Fächerkombinationen ist der Bedarf besonders hoch, etwa in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik, Deutsch als Zweitsprache oder Sonderpädagogik.
Wer Lehramt wählt, sollte nicht nur an Jobsicherheit denken. Der Beruf verlangt pädagogische Stärke, Belastbarkeit, Kommunikation, Klassenführung, fachliche Sicherheit und Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Wer später im Bildungssystem arbeiten möchte, sollte früh Praxiserfahrung sammeln.
Welche Studiengänge sind wirklich stark?
Eine realistische Rangordnung
Eine reine Rangliste nach Gehalt greift zu kurz. Trotzdem lassen sich Studienrichtungen nennen, die aktuell besonders stark wirken, wenn man Einkommen, Nachfrage, Zukunftsfähigkeit und berufliche Breite zusammen betrachtet.
| Ranggruppe | Studienrichtungen | Warum stark? | Wichtige Einschränkung |
|---|---|---|---|
| Sehr stark | Humanmedizin, Zahnmedizin, Gesundheitsstudien | Hohe Nachfrage, gute Einkommen, gesellschaftlich zentral. | Lange Ausbildung, Aufnahmeverfahren, hohe Verantwortung. |
| Sehr stark | Informatik, Data Science, IT-Security, Software Engineering | Hohe Nachfrage in fast allen Branchen, gute Entwicklungsmöglichkeiten. | Laufende Weiterbildung und praktische Erfahrung entscheidend. |
| Sehr stark | Elektrotechnik, Mechatronik, Maschinenbau, Energietechnik | Industrie, Energie, Mobilität und Automatisierung brauchen Fachkräfte. | Mathematik, Physik und Technik müssen wirklich liegen. |
| Stark | Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen | Gute Schnittstelle zwischen Technik, Daten, Prozessen und Management. | Nur stark, wenn Technik und Wirtschaft wirklich verbunden werden. |
| Stark | Finance, Controlling, Business Analytics, Accounting | Gute Chancen in Unternehmen, Beratung und datengetriebener Steuerung. | Allgemeine BWL ohne Profil ist deutlich austauschbarer. |
| Stabil | Lehramt in Mangelfächern | Hoher gesellschaftlicher Bedarf, stabile Berufsperspektive. | Nicht primär ein Top-Gehalt-Weg, Beruf muss persönlich passen. |
| Gut, aber selektiv | Recht, Wirtschaftsrecht, Steuerrecht | Gute Chancen bei Spezialisierung und hoher Leistung. | Langer Weg, starke Konkurrenz, später Spezialisierungsdruck. |
Studiengänge mit gutem Gehalt sind nicht automatisch die richtige Wahl
Ein Studium nur nach Gehalt zu wählen, ist riskant. Wer sich durch ein technisches oder medizinisches Studium quält, obwohl Interesse und Fähigkeiten fehlen, bricht eher ab oder wird später unzufrieden. Umgekehrt kann ein Fach mit niedrigerem Durchschnittseinkommen sehr gut funktionieren, wenn man darin stark ist, passende Zusatzkompetenzen aufbaut und früh Praxiserfahrung sammelt.
Die bessere Frage lautet daher nicht: „Welches Studium verdient am meisten?“, sondern: „In welchem Feld kann ich über Jahre gut werden, ohne ständig gegen meine eigenen Interessen und Stärken zu arbeiten?“
Wie du Gehaltsdaten richtig liest
Warum Bruttogehalt nicht gleich Lebensrealität ist
Gehaltsangaben klingen oft eindeutig, sind es aber nicht. Je nach Quelle können Einstiegsgehälter, Kollektivvertrags-Mindestgehälter, tatsächliche Vollzeitgehälter, Jahresgehälter, Monatsgehälter, Einkommen ohne Sonderzahlungen oder Gehälter einige Jahre nach Abschluss gemeint sein.
| Quelle oder Wert | Was gemeint ist | Was du beachten solltest |
|---|---|---|
| ATRACK-Daten | Bruttomonatseinkommen von Hochschulabsolvent:innen 36 Monate nach Abschluss. | Gut zur Einordnung nach Studienfeld, aber kein persönliches Einstiegsgehalt. |
| AMS-Gehaltskompass | Vergleichswerte zu Bruttogehältern beim Berufseinstieg auf Basis von Kollektivverträgen. | Mindestgehälter können unter tatsächlichen Marktgehältern liegen. |
| Jobportale | Oft Durchschnittswerte aus Inseraten oder Nutzerangaben. | Hilfreich, aber je nach Datenbasis schwankend. |
| Einzelne Erfolgsbeispiele | Gehälter einzelner Personen oder Branchenberichte. | Nicht automatisch repräsentativ für alle Absolvent:innen. |
Warum Standort und Branche viel ausmachen
Statistik Austria zeigt, dass Einkommen auch nach Bundesland und Arbeitsstätte deutlich variieren. Besonders starke Werte finden sich in Industriezentren und wirtschaftsstarken Regionen. Das ist wichtig: Ein technisches Studium kann in einem Industrieumfeld anders bezahlt werden als in einer kleinen Organisation mit niedrigerem Gehaltsniveau.
Auch Branche und Unternehmensgröße spielen eine große Rolle. Informatik in einem internationalen Technologiekonzern, Elektrotechnik in der Industrie, Medizin im spezialisierten Bereich oder Finance in einer großen Beratung können anders bezahlt werden als ähnliche Tätigkeiten in kleinen Betrieben oder sozialen Organisationen.
FH oder Universität für gute Berufschancen?
Wann eine Fachhochschule sinnvoll sein kann
Eine Fachhochschule kann besonders gut passen, wenn du ein klar strukturiertes Studium, Praxisnähe, kleinere Gruppen, verpflichtende Praktika und einen direkten Berufsbezug möchtest. Gerade in Informatik, Technik, Gesundheit, Wirtschaft, Sozialarbeit und Management können FH-Studiengänge sehr gut auf konkrete Berufsfelder vorbereiten.
Viele FH-Studiengänge haben aber Aufnahmeverfahren und begrenzte Plätze. Wer sich dafür interessiert, sollte Fristen, Unterlagen, Tests, Gespräche und Auswahlkriterien früh prüfen.
Wann eine Universität besser passt
Eine Universität passt oft besser, wenn du stärker wissenschaftlich, theoretisch oder forschungsorientiert arbeiten möchtest. Sie ist sinnvoll, wenn du ein Fach breiter verstehen, später in Forschung gehen, ein Doktorat machen oder dir länger offenhalten möchtest, in welche Richtung du dich spezialisierst.
Bei vielen Studien ist die Universität freier, aber auch weniger schulisch organisiert. Das kann ein Vorteil sein, verlangt aber Selbstorganisation. Wer im Studium Struktur braucht, sollte das ehrlich mitdenken.
Studienwahl ohne falsche Versprechen
Gute Entscheidungen entstehen durch mehrere Kriterien
Ein gutes Studium passt nicht nur zum Arbeitsmarkt, sondern auch zur Person. Wer sehr gute Berufschancen will, sollte mehrere Fragen gemeinsam beantworten: Was interessiert mich wirklich? Worin bin ich gut? Welche Tätigkeiten will ich später ausüben? Wie lange darf die Ausbildung dauern? Wie wichtig ist mir Einkommen? Wie viel Unsicherheit halte ich aus?
| Frage | Warum sie wichtig ist | Beispiel |
|---|---|---|
| Passt das Fach zu meinen Stärken? | Ein „gutes“ Studium hilft wenig, wenn du dauerhaft gegen deine Fähigkeiten arbeitest. | Technik braucht meist Mathematik und analytisches Denken. |
| Will ich die späteren Tätigkeiten wirklich machen? | Viele wählen ein Studium nach Image, aber nicht nach Berufsalltag. | Medizin bedeutet nicht nur Prestige, sondern auch Dienst, Verantwortung und Belastung. |
| Gibt es Aufnahmeverfahren? | Bei Medizin, Psychologie, FH-Studien und vielen Kunststudien ist Zugang nicht automatisch sicher. | Fristen oft Monate vor Studienbeginn prüfen. |
| Kann ich das Studium finanzieren? | Wohnort, Miete, Fahrtkosten, Lernmaterialien und Nebenjob beeinflussen die Studienrealität. | Studienort kann wichtiger sein als der Studienname. |
| Wie konkret ist der Berufsweg? | Manche Studien führen direkt in Berufe, andere brauchen zusätzliche Spezialisierung. | Informatik ist oft direkter verwertbar als sehr breite Geisteswissenschaften. |
Wenn Geld im Studium eine wichtige Rolle spielt, solltest du Beihilfen, Stipendien und Unterstützungsmöglichkeiten früh prüfen. Einen Überblick findest du im Beitrag Studienbeihilfe in Österreich.
Wenn du nicht studieren möchtest
Ein Studium ist nicht der einzige Weg zu gutem Einkommen. In Österreich gibt es auch sehr gute Karrierechancen über Lehre, Meisterprüfung, HTL, Kolleg, berufliche Weiterbildung oder spezialisierte Ausbildungen. Besonders Technik, Industrie, Energie, Bau, IT-nahe Berufe und bestimmte Gesundheits- oder Sicherheitsbereiche können auch ohne klassisches Studium stark sein.
Wenn du bewusst ohne Studium planen möchtest, findest du hier einen passenden Überblick: bestbezahlte Berufe ohne Studium.
Welche Studiengänge eher nicht wegen des Gehalts gewählt werden sollten
Beliebte Studien mit stark schwankenden Perspektiven
Manche Studien sind sehr interessant, aber beim Einkommen deutlich stärker abhängig von Spezialisierung, Praktika, Netzwerk, Zusatzkompetenzen und Berufseinstieg. Dazu zählen zum Beispiel viele geisteswissenschaftliche, kulturwissenschaftliche, kreative, sozialwissenschaftliche oder allgemein wirtschaftliche Studien ohne klares Profil.
Das heißt nicht, dass diese Studien schlecht sind. Es heißt nur, dass man sie nicht mit der Erwartung wählen sollte, automatisch ein hohes Einkommen zu erzielen. Wer solche Fächer wählt, sollte früh überlegen, welche praktischen Kompetenzen zusätzlich aufgebaut werden.
| Studienbereich | Herausforderung | Was die Chancen verbessert |
|---|---|---|
| Geisteswissenschaften | Berufsfelder oft weniger direkt vorgegeben. | Sprachen, Datenkompetenz, Redaktion, Projektmanagement, Kulturmanagement. |
| Kunst und Design | Einkommen stark abhängig von Portfolio, Markt und Selbstständigkeit. | Portfolio, digitale Tools, Selbstvermarktung, Praxisprojekte. |
| Sozialwissenschaften | Breites Feld, aber oft zusätzlicher Profilaufbau nötig. | Statistik, Evaluation, Public Policy, Datenanalyse, Beratung. |
| Allgemeine BWL | Viele Absolvent:innen, starke Konkurrenz. | Finance, Controlling, Datenanalyse, Praktika, Branchenwissen. |
| Psychologie | Beliebt, Aufnahmeverfahren, längerer Weg bei klinischer Spezialisierung. | Masterplanung, Praxis, Diagnostik, Forschung, Wirtschaftspsychologie oder klinische Richtung. |
So triffst du eine gute Studienentscheidung
Praktische Checkliste
- Arbeitsmarkt prüfen: Nicht nur auf Trendwörter achten, sondern Berufsbilder, Gehaltsdaten und Nachfrage vergleichen.
- Studienplan lesen: Die Modulübersicht zeigt oft besser als Werbetexte, ob das Studium wirklich passt.
- Matheanteil ehrlich einschätzen: Viele gut bezahlte Studien sind mathematisch oder technisch anspruchsvoll.
- Aufnahmeverfahren beachten: Medizin, Psychologie, FH-Studien und künstlerische Studien haben oft eigene Fristen.
- Studienort realistisch kalkulieren: Miete, Pendeln und Nebenjob können die beste Studienwahl verändern.
- Mit Studierenden sprechen: Echte Erfahrungen zeigen oft mehr als offizielle Studienbeschreibungen.
- Praktika einplanen: Besonders bei breiten Studienrichtungen entscheidet Praxiserfahrung über den Berufseinstieg.
Wer noch keine klassische Matura hat, kann trotzdem Wege an Hochschulen prüfen. Eine Einführung bietet der Beitrag Studieren ohne Matura in Österreich.
Empfehlung nach Ziel
| Dein Ziel | Passende Studienrichtungen | Warum? |
|---|---|---|
| Hohes Einkommen | Medizin, Informatik, Elektrotechnik, Data Science, Wirtschaftsingenieurwesen. | Diese Bereiche schneiden bei Einkommen und Nachfrage besonders stark ab. |
| Sichere Beschäftigung | Gesundheit, Technik, Lehramt in Mangelfächern, IT, Pflegewissenschaft. | Hier gibt es langfristig hohen Bedarf. |
| Praxisnaher Einstieg | FH-Studien in IT, Technik, Wirtschaft, Gesundheit oder Soziales. | Struktur, Praktika und Berufsbezug helfen beim Einstieg. |
| Forschung und Tiefe | Universitätsstudien in Naturwissenschaften, Medizin, Technik, Informatik. | Gute Basis für Master, Doktorat und wissenschaftliche Laufbahn. |
| Breite Karriereoptionen | Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen, BWL mit Daten- oder Finance-Fokus. | Diese Studien lassen viele Branchen offen. |
Fazit: Zukunft und Gehalt hängen vom Studienfeld und vom Profil ab
Die stärksten Studienrichtungen für Zukunft und gutes Gehalt in Österreich liegen derzeit klar in Gesundheit, Medizin, Informatik, Technik, Ingenieurwesen und technologieorientierter Wirtschaft. Das zeigen sowohl Einkommensdaten von Hochschulabsolvent:innen als auch die anhaltende Nachfrage nach Fachkräften in diesen Bereichen.
Trotzdem sollte niemand ein Studium nur wegen einer Gehaltstabelle wählen. Wer langfristig gut verdienen möchte, braucht ein Feld, in dem Interesse, Fähigkeit, Ausdauer und Arbeitsmarkt zusammenpassen. Besonders stark sind Studienentscheidungen dann, wenn sie mit Praxis, Zusatzkompetenzen, guter Studienorganisation und realistischem Blick auf den Berufsalltag verbunden werden.
Häufige Fragen und Quellen
FAQ: Studiengänge mit Zukunft und gutem Gehalt
Welche Studiengänge bringen in Österreich das höchste Gehalt?
Besonders hohe Einkommen zeigen sich in den Bereichen Gesundheit und Sozialwesen, Ingenieurwesen, Produktion und Bau sowie Informatik und Kommunikationstechnologie. Dazu zählen unter anderem Medizin, technische Studien, Informatik, Data Science, IT-Security, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen.
Verdient man mit einem Master deutlich mehr als mit einem Bachelor?
Im Durchschnitt ja. Laut Absolvent:innen-Tracking liegt das Bruttomonatseinkommen drei Jahre nach Abschluss bei Bachelorabsolvent:innen bei 3.535 Euro, bei Masterabsolvent:innen bei 4.213 Euro. Der Unterschied hängt aber stark vom Fach und vom Berufsfeld ab.
Ist Medizin das beste Studium für hohes Gehalt?
Medizin gehört zu den stärksten Studienrichtungen bei Einkommen und Berufsperspektiven. Es ist aber ein langer, anspruchsvoller Weg mit Aufnahmeverfahren, hoher Belastung und großer Verantwortung. Es sollte nicht nur wegen des Gehalts gewählt werden.
Ist Informatik weiterhin eine gute Studienwahl?
Ja. Informatik, Software Engineering, Data Science, IT-Security und Wirtschaftsinformatik haben sehr gute Zukunftschancen. Wichtig sind aber praktische Erfahrung, laufende Weiterbildung und solide technische Grundlagen.
Welche technischen Studien haben gute Zukunft?
Besonders stark sind Elektrotechnik, Mechatronik, Maschinenbau, Energietechnik, Bauingenieurwesen, Verfahrenstechnik, Automatisierung und Wirtschaftsingenieurwesen. Gute Chancen entstehen vor allem dort, wo Technik mit Digitalisierung, Energie oder Industrie verbunden wird.
Ist BWL ein Studium mit gutem Gehalt?
BWL kann zu gutem Gehalt führen, ist aber sehr breit. Bessere Chancen entstehen mit klaren Schwerpunkten wie Finance, Controlling, Business Analytics, Wirtschaftsinformatik, Steuerberatung oder Supply Chain Management.
Welche Studien sind sicher, aber nicht unbedingt Top-Gehalt?
Lehramt in Mangelfächern, Pflegewissenschaft, soziale Studien mit klarer Berufsausrichtung und bestimmte öffentliche Berufsfelder können sehr stabile Perspektiven bieten. Sie gehören aber nicht immer zu den höchsten Einkommensgruppen.
Sollte man ein Studium nur nach Gehalt wählen?
Nein. Gehalt ist wichtig, aber nicht das einzige Kriterium. Entscheidend sind Interesse, Fähigkeiten, Studiendauer, Aufnahmeverfahren, Kosten, Arbeitsalltag und die Frage, ob man langfristig in diesem Bereich arbeiten möchte.
Ist eine Fachhochschule besser für den Berufseinstieg?
Eine Fachhochschule kann beim Berufseinstieg Vorteile haben, weil viele Studiengänge praxisnah, strukturiert und mit Praktika verbunden sind. Eine Universität kann besser passen, wenn man stärker wissenschaftlich, theoretisch oder forschungsorientiert arbeiten möchte.
Wo finde ich offizielle Studienangebote in Österreich?
Einen offiziellen Überblick über Studienangebote in Österreich bietet Studienwahl.at. Zusätzlich sollten immer die Websites der jeweiligen Universität, Fachhochschule oder Pädagogischen Hochschule geprüft werden.
Quellen
- Statistik Austria: Einkommen nach dem Studium variiert nach Fachrichtung und Bundesland – aktuelle ATRACK-Auswertung zu Einkommen, Arbeitsmarktstatus, Studienart und Ausbildungsfeld von Hochschulabsolvent:innen.
- Statistik Austria: Absolvent:innen-Tracking – Methodik und Datenbasis zu Berufseinstieg, Einkommen und Karriereverläufen nach Hochschulabschluss.
- AMS Gehaltskompass – Vergleichswerte zu Bruttogehältern und Einstiegsgehältern auf Basis von Kollektivverträgen.
- BMASGPK und AMS: Fachkräftebarometer – quartalsweise Informationen zu Fachkräfteengpässen und Arbeitskräftenachfrage in Österreich.
- Studienwahl.at: Studieren in Österreich – offizieller Überblick über Studienangebote und Informationen zur Studienwahl in Österreich.
- oesterreich.gv.at: Fachhochschulen – Bürgerinformation zu Fachhochschulen, Zulassung und Aufnahmeverfahren in Österreich.













